Achtung: Dieser Film enthält Paraphrasen!
Lieben Sie es auch so, wenn nicht allein die Handlung im Film die Geschichte erzählt, sondern eingeblendete Untertitel Ihnen den tieferen Inhalt mitteilen? Etwa so. Merke: Wenn du in der Zeitung stehst, hat deine Mama dich wieder lieb.
Verstehen Sie?
David Schalko ist einer der glücklichen Haus- und Hofregisseure des ORF. Mit anderen Worten, ihm kann nichts mißlingen, weil ihm nichts mißlingen darf, was dann widerum nicht die Oberen zu verantworten hätten. Also wird von oben nach unten durchdekliniert: Das Wohl und Wehe der meisten Filmschaffenden in Ö findet ausschließlich im Dunstkreis des ORF und der assoziierten österreichischen Filmförderung statt. Das hat vermutlich nichts damit zu tun, wie man leben soll, aber damit, wie allein man überleben kann. Also wird beschlossen, des Kaisers neuen Kleider zu beklatschen. Egal wie nackt er oder wie lumpig sie sein mögen. Und das wiederum hat in seiner selbstlosen Intensität etwas mit österreicherischer Mentalität und kulturpolitischer Realität zu tun. Ab einem gewissen Level hat man unendlich Kredit, Budget und Leben. Schalko ist so ein Gottbegnadeter.
Thomas Glavinic hat einen Roman über einen dicklichen Jungen Jungen geschrieben, der irgendwie mit dem Leben klarkommen will. David Schalko hat daraus einen Film gemacht. Sozusagen. Bei der Premiere im rappelvollen Millenium-Center, im kulturellen Herzen der Ostmark, schilderte der TV-Regisseur wie schwer es war, den Roman für den Film zu adaptieren. Was natürlich Blödsinn ist. Denn jeder Film begínnt mit einer literarischen, sprich, wortwörtlichen Idee. Die muß dann halt adaptiert und niedergeschrieben werden. Das ist nicht das Problem eines Drehbuchs, das ist seine Aufgabe. Bei diesem Projekt stand jedoch allein der Gedanke Pate, aus einem Buch, das Geld eingespielt hat einen Film zu drehen, der noch mehr einspielt. Das allein ist der Gedanke und das einzige was dann nervt, ist, das auch noch auf Zelluloid adaptieren zu müssen. Um daher möglichst viel Geld zu akkumulieren, wurde in verschiedenen Ländern gedreht, zum Beispiel in Deutschland, zur Schröpfung der dortigen Fördertöpfe - was mit der Story nicht das Geringste zu tun hat. Aus diesem Grunde ist dieses Review mehr eine Abrechnung mit dem Offensichtlichen, als eine Darstellung des Unausweichlichen. Diesen Streifen muß man sich schon selber antun. Merke: Nur deine Schmerzen tun dir selber weh.
Angefangen vom gelangweilten oder überforderten Cast, über das gesamte Produktionsdesign, der Musik, der völlig inkonsistenten, mal schrill bunten, mal hysterisch lauten Handlung, dem kompletten Fehlen jeglichen Spannungsbogens, ja, des vollständändigen Desinteresses an dem, was im Roman erzählt wird, läßt einfach keinen anderen Schluß zu, als oben Erwähntes. Auf jeden Fall ein echter Coup dieser Schinken, wenn man bedenkt, dass da richtig Schotter bewegt wurde.
Aber warum, fragt man sich, dann gleich 2 Punkte. Und jetzt kommen wir zum Highlight, eigentlich dem Film im Film. Der Auftritt von Josef Hader (bekannt als Detektiv Brenner) und Maria Hofstätter (oskarreif in Hundstage) als schräges Pärchen. Das ist der erste Punkt. Und der zweite folgt sogleich: Die nackerten Titten von der Hofstätter.
Merke: In jedem noch so fragwürdigen Machwerk könnte sich etwas Edels finden.