Es ist schon ein kleines Phänomen, dass deutsche Amateurfilmer am häufigsten mit Zombiefilmen einsteigen, denn dafür benötigt man keine sonderliche Story, die Darsteller müssen auch nicht doll performen können, lediglich die Qualität der Splattereffekte sollte einigermaßen stimmen. Letzteres ist beim remasterten Frühwerk von Andreas Pape und Oliver Kellisch zwar der Fall, aber warum man den ollen Stoff von 1999 noch einmal neu aufbereitet hat, will nicht so recht einleuchten.
Storytechnisch schickt man einige Kumpels zum Campen und Biersaufen, bis sich einer schneidet und Blut ausgerechnet dort hintropft, wo ein Kerl begraben liegt. Der erhebt sich daraufhin aus dem Boden und eröffnet die Jagd mit einer Kettensäge…
Rund 33 Minuten dauert das Treiben an und selten hat man so viele Songs in einem Kurzfilm gehört, - da sollten wohl mal wieder befreundete Bands gepuscht werden und zum weitgehend dilettantischen Treiben passen die meisten Stücke aus dem Metal Bereich auf jeden Fall.
Die nachhaltig gedrehten Szenen ergeben natürlich wenig Sinn und sind außerdem reichlich aus dem Kontext gerissen, wenn ein namenloses Opfer durch den Wald latscht oder sich auf einer Bank einen Joint gönnt, um kurz darauf vom Kettensägenmann (der augenscheinlich sein Aussehen und seine Körpergestalt verändern kann)erlegt zu werden.
Das Amateurniveau durchzieht dabei alle Ebenen: Die Kamera arbeitet zwar noch recht passabel, doch die Qualität der Bilder ist schon phasenweise eine Zumutung. Dazu kommen abrupt gesetzte Schnitte, ein paar peinliche Szenenübergänge, Hobbydarsteller mit rammdösigen Dialogen und ein billiges Make-up mit lieblos angeklatschtem Latexglibber.
Einzig die Menge und die Inszenierung der Splattereffekte kann sich sehen lassen: Es gibt einige Enthauptungen, unzählige Arme und Beine werden abgesägt, ein Kopf weggeschossen, ein Genital abgetrennt und ein Bauch geöffnet.
Ansätze von Fressszenen gibt es erst gegen Ende, als sich die Opfer erheben und wie klassische Zombies durch die Landschaft schleifen, - da kommt sogar ein Hauch von Atmosphäre auf.
Ansonsten ist dieser Shorty natürlich Murks und findet allenfalls aufgrund der zahlreichen Gewalteinlagen eine Existenzberechtigung.
Denn da ist kaum etwas schlüssig konzipiert, talentfreie Mimen kommen und gehen und eine Bezugsfigur bindet man auch nicht ein. Zu allem Überfluss nerven einige dröhnende Songs gewaltig, während die Soundabmischung nicht sonderlich filigran ausgefallen ist.
Letztlich bleibt noch im Positiven zu erwähnen, dass die Macher ihren Streifen stellenweise nicht allzu ernst nehmen und hin und wieder ein Augenzwinkern am Rande zu verbuchen ist, was den katastrophalen Gesamteindruck allerdings nur geringfügig aufwertet.
3 von 10