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Hanna ist zwar noch ein Teenager, aber unterscheidet sich stark von anderen jungen Mädchen ihres Alters: Sie verfügt bereits über die Stärke, Ausdauer und Fähigkeiten eines Soldaten. Ihr Vater, ein ehemaliger CIA-Agent, hat sie in der Wildnis von Finnland großgezogen und alles daran gesetzt, sie durch jahrelanges Training zu einer perfekten Killerin zu machen. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden erfährt Hannas Leben einen dramatischen Wendepunkt, als ihr Vater sie auf eine Mission hinaus in die Welt schickt. Heimlich reist sie quer durch Europa. Dabei muss sie Agenten entwischen, die eine skrupellose Geheimdienstleiterin, die selbst einige Geheimnisse zu verbergen hat, auf Hanna angesetzt hat.

Ja, wenn der Film schon fragt, dann wollen wir doch gleich antworten. Hanna ist mal wieder ein Mitglied aus der Assassinen Gilde ohne Wahlberechtigung, da erst 16 Jahre alt und dem Aussehen von maximal 14. Von einem Standardkind ist allerdings keine Rede, denn Hanna wächst in einer einsamen Waldhütte in der tiefsten finnischen Pampa auf mit einer einzigen Bezugsperson in Form ihres Vaters. Dieser bringt ihr nicht nur allerlei Fremdsprachen bei, sondern vor allem allerlei Kampftechniken (was ihm im Grunde zu einem richtigen Rabenvater macht, erst der Tochter ihre Kindheit rauben und das alles noch für die eigenen Rachegefühle).
Ziel dieser unkonventionellen Privatschulung ist aber nicht der Schutz vor Elchen, sondern die Rache an der CIA Agentin Marissa. Da sie Hannas Vater aus der Vergangenheit her kennt schickt sie allerdings eine Doppelgängerin zum Verhör, was sich als gute Idee herausstellt, allerdings nicht für die Kopie, die Hanna kurzerhand umlegt und anschließend aus dem Gefängnis flieht, um sich mit Daddy in Berlin wieder zu treffen.
Das erste Drittel des Films ist dabei gleichzeitig auch das Beste. Der Zuschauer wird unvorbereitet in diese seltsame Konstellation geworfen, ohne lange Zeit überhaupt zu wissen, was eigentlich Sache ist. Dazu kommen tolle Kameraeinstellungen und zu Beginn auch harte Action, denn die kleine Nachwuchsattentäterin geht ihrem Wahlhandwerk sehr kompromißlos nach.
Nach der Flucht wechselt sich allerdings die Szenerie und geht eher in den Bereich Selbstfindung, als sie sich kurzzeitig einer Urlaubsfamilie anschließt und erst mal lernen muß, wie das wirkliche Leben denn so funktioniert. Da hätte man ruhig gerne weiter auf der Leon Schiene fahren können, denn so wirkt das als hätte man vom vierten in den zweiten Gang zurück geschaltet. Trotzdem bleibt ein recht sehenswerter Film mit einer ungewöhnlichen Heldin.
6/10

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