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Eine junge Frau wird von Albträumen geplagt und begibt sich in die Obhut eines indischen Guru, während dessen entstellter Bruder mittels einer kleinen Gruppe von Zombiefrauen Macht anstrebt und auch der jungen Frau und dem Guru auf die Pelle rückt.

Mit dem Namen Paul Naschy verbindet man hauptsächlich trashige Machwerke, z.B. die mit ihm in seiner Paraderolle als Werwolf oder den herrlichen "Die Stunde der grausamen Leichen" und auch dieser Film von Leon Klimovsky ist eindeutig dem Trash zuzuordnen.
Die Geschichte ist eine verquere Mischung aus Voodoo, Zombies, Teufelsanbetungen, Liebesbandelungen und Familiendrama und will insgesamt kein stimmiges Ganzes ergeben. Alles fängt an mit der jungen Frau, die sich unter die Fittiche des Guru begibt, in der Hoffnung, dass dieser sie von ihren Alpträumen erlösen kann und daraus entwickelt sich dann zunehmends eine Liebesbeziehung, sehr zum Leidwesen seiner aktuellen indischen Freundin, die sich an seinen entstellten Bruder hängt, mit dem sie der Konkurrentin übel mitspielen will. Dazu kommen dann noch ein anderer Freund der jungen Frau, der zusammen mit der Polizei in Sachen der Mordserie ermittelt, hinter der der Entstellte steckt, der aus den weiblichen Toten lebende Zombies macht, mit denen er Macht anstrebt und Menschen, denen der Machtmissbrauch durch die Voodookunst stinkt. Ganz schön wirr, nicht wahr? Und so geht das die meiste Zeit.
Gespielt wird das Ganze ebenfalls nicht gerade berauschend, denn die Möglichkeiten der Darsteller sind augenscheinlich sehr begrenzt. Unser guter alter Paul Naschy darf dann als einziger halbwegs annehmbarer Akteur gleich drei Rollen übernehmen, nämlich den Guru, dessen Bruder mit aufgesetzter Matschfressenmaske und in einem Traum der jungen Frau den Leibhaftigen persönlich.
Der laut deutschem Titel zu erwartende Blutrausch bleibt auch aus, denn wenn es Blut im Bild zu sehen gibt, dann meist in Form einer angeritzten Halsschlagader, aus der das Nass in ein Behältnis laufengelassen wird oder halt, wenn das Opfer bereits tot am Boden liegt.
Die Umsetzung der Zombieladies ist ebenfalls nicht effektiv ausgefallen und so regt es eher zum Feixen an, wenn diese sich vornehmlich in Zeitlupe bewegen (inklusive der Opfer, die theatralisch zu Boden sinken), deren Maske nur aus weißer Farbe im Gesicht besteht und gerne mal mit aufgerissenen Augen direkt in die Kamera gestiert wird.
Anscheinend haben auch die deutschen Synchronisatoren diesen Zombiereigen nicht für Ernst genommen und immer wieder kleine Synchronperlen eingetreut, wie man gleich zu Beginn bei dem sehr umgangsprachlich gehaltenen Gespräch zwischen dem Grabräuberpaar bemerkt. An manchen Stellen scheint es mir zudem so, als wenn man hier den Protagonisten lustige Sachen in den Mund gelegt hat, die im Original wohl nicht fallen, z.B. der dumm daherredende und liedträllernde Schwarze am Bahnhof oder kecke Sprüche wie "Na, hats weh getan, Opa?" nach dem Dosenmord an einem älteren Herren, was sich aber aus Mangel an Kenntnis der Originaltonspur nur von mir vermuten lässt.
Die Musik fällt insgesamt sehr jazzig und bes(ch)wingt aus und beißt sich daher die meiste Zeit mit dem Geschehen auf dem Bildschirm, das eher eine Horroratmosphäre anstrebt, wobei die Melodien eher zum fröhlichen Mitwippen anregen.

Insgesamt ist "Blutrausch der Zombies" ein sehr durchwachsenes Werk, das stellenweise durch ungewollten Humor punktet und unterm Strich nur Trashfreunden und Paul Naschy Jüngern gefallen dürfte.

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