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Die Legende von Lizzie Borden scheint derzeit mehrere Billigfilmer aus ihren Ecken zu locken, denn nach dem unsäglichen Slasher "The Axe is Back - Die Rache der Lizzie Borden" setzt Regieneuling David Dunn Jr. noch einen drauf und kredenzt uns eine Geschichte, die weder Sinn ergibt, noch anderweitig Spannung erzeugt.

Lizzie und ihr Freund kehren in ihr Elternhaus zurück, während sich die junge Frau aufgrund von Amnesie in therapeutischer Behandlung befindet und Psychopharmaka einnimmt. Mit der Zeit nehmen Lizzies Alpträume und Visionen zu und immer häufiger erscheint ihr die Gestalt von Lizzie Borden...

Im August 1892 wurden Lizzies Vater und Stiefmutter umgebracht, woraufhin Lizzie festgenommen, jedoch im späteren Prozess freigesprochen wurde. Soweit die wahren Hintergründe, doch was Autor Leif Holt (der zugleich Lizzies Freund Jason spielt) da zu Papier gebracht hat, scheint im absoluten Vollrausch entstanden zu sein.
Hier passen weder Gegenwart und Vergangenheit zusammen, noch ergeben einige Gegebenheiten überhaupt einen Sinn, während die Hauptfigur so interessant ist wie eine leere Konservendose.

Die Handlung spielt fast ausschließlich in einem 08/15 Haus, mal abgesehen von den kurzen Besuchen beim Therapeuten (Corbin Bernsen). Die Räumlichkeiten sind durch die Bank kaum ausgeleuchtet und an Effekten gibt es lediglich zwei kurze Geistererscheinungen und ein verzerrtes Gesicht im Spiegel. Ereignisreich sieht anders aus.

Zudem wirkt die Szenerie latent amateurhaft, da einige wahllose Kameraperspektiven recht stümperhaft aussehen und das Editing Momentaufnahmen drin behält, die jeder klar denkende Regisseur entfernt hätte. Hinzu gesellen sich unglaubwürdige Dialoge, deren Talsohle Gary Busey als Vater Borden erreicht, als er "Ich habe dich befruchtet und jetzt trägst du mein Baby in dir, verstanden?" nach einer angedeuteten Vergewaltigung von sich gibt.

Eine minimale Aufheiterung gibt es, als ein alter Techniker bei Lizzie vorbeischaut und während seiner Arbeit anzügliche Bemerkungen macht, doch ansonsten gibt es bei diesem Streifen rein gar nichts zu lachen. Denn Splatterfans erhalten ein paar Blutspritzer, die nach einer geschüttelten Flasche Ketchup aussehen und Axthiebe auf einen Schädel, wobei überdeutlich zu sehen ist, dass es sich dabei um einen Gummikopf mit zweitklassiger Perücke handelt.

Am Ende kann man sich nur bedanken, dass der Abspann bereits nach 79 Minuten einsetzt, denn viel länger ist so ein geballter Dilettantismus kaum zu ertragen. Unsäglich schlechte Mimen, bei denen selbst die bekannteren Namen Rotz abliefern, eine Geschichte, die weder Spannung noch Atmosphäre erzeugt und eine Pointe, welche im Kontext der vorausgegangenen Ereignisse rein gar keinen Sinn ergibt.
Undurchdacht, lahm vorgetragen und wahrscheinlich selbst unter Psychopharmaka nicht sonderlich berauschend...
2 von 10

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