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Die Comicverfilmungen wollen einfach nicht enden. Zuletzt gab es im Kino X-Men: Erste Entscheidung, Conan, Captain America, Green Lantern oder aber auch Thor zu bestaunen. Bei einer solchen Vielfalt komme ich kaum hinterher. Nun habe ich es aber endlich mal geschafft, The Green Hornet von Regisseur Michel Gondry, welcher Anfang des Jahres in unseren Lichtspielhäusern lief, anzuschauen.

Mit Seth Rogen (Superbad, Ananas Express, Jungfrau (40), männlich, sucht...), der sich vom Loser zum Superhelden aufschwingt, Jay Chou, ein eher unbekannter Darsteller, der The Green Hornet's Partner und Freund stellt, und Christoph Waltz (Inglourious Basterds), der den unfreiwillig komischen Bösewicht "Chudnofsky" stellt, in den Hauptrollen, hat der Film eine durchaus beachtliche Prominenz an Bord.

Nach dem Tod seines alten Herren trifft Zeitungsverleger-Erbe und Playboy Britt Reid (Seth Rogen) auf dessen Assistenten Kato (Jay Chou). Der stoische Kerl ist flink wie ein Ninja und hat eine Reihe ganz besonderer Fähigkeiten auf Lager. Das macht sich Britt zu Nutzen – fortan ziehen die beiden als maskiertes Duo in den Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Dabei inszenieren sie sich keineswegs als Helden, sondern amüsieren sich prächtig über ihren miesen Ruf und den Ärger mit der Polizei. Gefährlicher wird ihnen da schon Benjamin Chudnofsky (Christoph Waltz), seines Zeichens paranoider und ausgesprochen gewaltbereiter Gangsterkönig...

Die Story ist unter den Superhelden-Movies bereits ziemlich ausgelutscht, hat man sie doch schon in etlichen vorhergegangenen Comicverfilmungen (Spider-Man, Fantastic Four, Kick-Ass oder aber auch Ghost Rider) auf verschiedenste Arten erblicken dürfen. Macht aber nichts, denn wie sollte man sonst zum Superhelden avancieren können!?

Wie der Zuschauer an die Geschichte herangeführt wird: Man erhält einen kurzen Einblick in das Leben des Zeitungsverleger-Sohnes "Britt Reid", der den ganzen Tag lang herumhängt, durch die Gegend kutschiert wird und sich mit netten Mädels amüsiert, bis eines Tages sein Vater stirbt und er den Entschluss fasst, ein Leben zu führen, welches seinem alten Herren würdig wäre. Wobei der eigentliche Grund dafür ein ganz anderer ist, welchen ich an dieser Stelle aber nicht verraten möchte.

Seth Rogen und Jay Chou sind fast wie geschaffen für ihre Rollen. Sie spielen mit Spaß an der Sache und man kann guten Gewissenes behaupten, dass sie ihre Sache gut machen. Das kann man von Christoph Waltz, der in Inglourious Basterds einen dermaßen guten "Bösewicht" gemimt hat und somit seinem Ruf gerecht werden musste, nicht behaupten. Die Rolle des komischen, paranoiden und gewaltbereiten Gangsterkönig würde ihm mit Sicherheit gut stehen, wenn ihm dafür Raum und Zeit gegeben würde. Leider ist das nicht der Fall, denn sein Charakter spielt zwar eine tragende Rolle, wird aber aufgrund des Hangs zum Komischen ein wenig ins Lächerliche gezogen (Der Versuch cool zu wirken, indem er seinen Namen in "Blutnofsky" ändert, ist schon nicht mehr komisch, sondern einfach nur dämlich) und lässt ihn hinter seinem eigentlichen Können zurück.

Kommen wir nun zu den positiven Dingen dieses Films: Die Actionszenen. Toll choreografierte Kampfszenen, die zeitweise an Matrix erinnern und einige furiose Verfolgungsjagden sorgen für pure Unterhaltung und die nötigen Schauwerte, die ein Superheldenfilm braucht. Jay Chou zeigt hier einmal mehr, was er kampfsportmäßig drauf hat. Das ist zwar nicht ganz so viel wie das eines Jackie Chan, Jet Li oder eines großen Idols wie Bruce Lee, muss sich aber dennoch keinesfalls verstecken. Seth Rogen steht in actionreichen Situationen eher hinten an, da sein Auftreten etwas unbeholfen und unfreiwillig komisch wirkt. Natürlich ist das in diesem Film so gewollt, stört aber doch ein wenig. Vom Showdown kann ich das nicht behaupten, denn da ist sein Versuch, den Oberbösewicht alleine zu erledigen, definitiv angebracht und sehr amüsant.

Man kann es nun gut oder schlecht finden, dass sich der Film zu keiner Zeit wirklich ernst nimmt, aber ich für meinen Teil hätte mir etwas mehr Ernsthaftigkeit, dafür aber weniger Komik, gewünscht. Ein Großteil des Humors, gerade wenn es um Seth Rogen's Einsätze oder um die Tatsache, dass sich die beiden "Helden" darüber amüsieren, dass sie einen schlechten Ruf besitzen, geht schon klar, aber vor allem die Rolle eines "Chudnofsky" ("Blutnofsky"), der sich dauernd darüber beklagt, er sei nicht angsteinflößend oder cool genug, stört den Spaß ein wenig. Hier hätte ich mir gewünscht, dass wenigstens einer (Der Bösewicht) ein ernsthaftes Auftreten an den Tag legt.

Nichtsdestotrotz ist The Green Hornet augenzwinkerndes und sehr unterhaltsames Kino, das mit jeder Menge Action und Humor einen Touchdown hinlegt und sich unter den Comicverfilmungen mit Sicherheit einen Namen gemacht hat. Seth Rogen und Jay Chou scheinen wie geschaffen für ihre Rollen und zeigen, dass sie voll und ganz bei der Sache sind. Lediglich die deutsche Synchronstimme von "Kato" empfand ich als unpassend und ein wenig nervig. Punktabzug gibt es nur wegen Christoph Waltz, der aufgrund seiner Rolle ganz klar hinter seinem Können bleibt, und der überhaupt nicht präsenten Ernsthaftigkeit, die ich mir doch schon in der einen oder anderen Situation gewünscht hätte. Dennoch bleibt am Ende eine durchweg gelungene und amüsante Comicverfilmung!

7,5/10

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