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Malediven: eine Gruppe von sieben Australiern und Australierinnen mieten von einem Landsmann ein fesches Segelboot für 10 Tage, um auf ein paar einsamen Inseln zu surfen und zu chillen. Eigentlich sollten keine Frauen mit an Bord, aber nun kam es halt anders. Die frischgetrennte hübsche Sam (Daisy Betts) genießt die Aufmerksamkeit zweier Mitreisender, allerdings nervt sie Bull (Ben Oxenbould) sie mit seiner Grobheit und Plumpheit recht bald. Mitreisender Rob hat bald bessere Chancen. Aus einer mehr als missverständlichen Situation heraus entwickelt sich um Sam ein Konflikt, der darin gipfelt, dass der Kapitän Bull zum Abregen eine Nacht auf einer nahen Insel aussetzt. Aber Bull kommt zum Schiff zurück und ist sauer…

Oft mag ich Filme aus Australien und ich mag Filme, die auf Booten spielen, obwohl mir auf Booten schnell schlecht wird. Vermutlich kompensiere ich hier etwas! Von daher sollte ein Film aus Australien, der auf einem Boot spielt (ähnlich wie der spannenden DEAD CALM mit Sam Neill und Nicole Kidman), nicht so übel sein. Nicht so übel ist auch die beste Zusammenfassung… denn CAUGHT INSIDE, 2010 auf den Malediven in einer traumhaften Insellandschaft gedreht, ist durchaus unterhaltsam, spannend und packend, mit großartigen Surfszenen, allerdings hat der Film ein immenses Manko: seine Charaktere und dies ist bei einem Film, der fast ausschließlich an einem Ort spielt und nur wenige Figuren hat, nicht ganz unwichtig.
Und hier fangen die Probleme an: alle Figuren sind so unsympathisch, dass sie einem oft auf den Zeiger gehen und man sich oft dabei ertappt, wenn man sich fragt, wem soll man hier seine Sympathie geben… Bull, dem Psycho, sicher nicht, aber auch die anderen Figuren wie Rob oder Sam sind zu eindimensional und vor allem zu statisch und passiv, um wirklich an Tiefe und Sympathie zu gewinnen. Sams Verhalten gegenüber Bull ist an manchen Punkten auch nicht ganz nachvollziehbar, sodass dies weitere Distanz hervorruft.

Es gibt Filme, wo man verstörenden, durchaus unsympathischen Figuren dennoch zuschaut, weil sie einen Sog durch ihre Charakterisierung entwickeln, aber hier schafft das Regisseur Adam Blaiklock nicht und lässt uns mit diesen Proleten, die sich v.a. gegenüber den beiden Frauen z.T. peinlich verhalten, dass man vor Fremdscham versinken möchte, allein.
Insgesamt hätte der Film was noch deutlich Packenderes werden können, wenn da nicht diese Idioten gewesen wären… immerhin war er spannend genug, dass ich mich nicht gelangweilt habe und am Ende so „manipuliert“ war und dem größten unter diesen Idioten alles Üble wünschte. Knapp 6/10.

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