Angesichts des Erfolgs von Superhelden - Epen, Highschool - Komödien und Science - Fiction Szenarios mit krude aussehenden Bösewichtern an der Kinokasse, lag der Gedanke nah, diese Genres noch konsequenter zusammen zu führen. Natürlich gab es zwischen diesen Themen schon häufig Verknüpfungen, aber der Story von "Ich bin Nummer 4" merkt man an, dass sie nicht auf einem vor Jahrzehnten ausgedachten Szenario - wie etwa "Spiderman", an dessen Fähigkeiten die Möglichkeiten der Hauptfigur hier erinnern - basiert, sondern ein Konglomerat der Einflüsse des letzten Jahrzehnts darstellt.
Die Eingangssequenz ist entsprechend typisch gestaltet. Man sieht wie ein netter Junge, der sich augenscheinlich im Urwald versteckte, von einem Finsterling (Kevin Durand) entdeckt und in bester CGI-Manier von einem Monster verfolgt und niedergestreckt wird. Dessen Tod erlebt John (Alex Pettyfer) weit entfernt an einem Strand, während er sich gerade mit einer hübschen Blondine vergnügen will, dank eines nicht unauffälligen Zeichens, dass in seiner Umgebung für Verwirrung sorgt. Das ist das Signal für Henri (Timothy Oliphant), der nach außen als Johns Vater auftritt, wieder einmal den Standort zu wechseln.
Um dem Ganzen eine storytechnische Basis zu geben, wird das Science-Fiction-Genre bemüht, das glücklicherweise auch für die unlogischsten Szenarien herhalten kann. Diesmal lautet die Grundlage wie folgt - vom Planeten Mogadorian (Lage leider unbekannt) sind neun sehr junge "Personen" entkommen, die sich auf der Erde versteckt halten, jeweils von einem Beschützer begleitet. Diese Personen sind natürlich keine fiesen Aliens, sondern sehr hübsche, wohl geratene Teenager, die ideal zur Identifikation gestaltet sind. Und zudem noch über besondere Fähigkeiten verfügen, die sie aber noch entdecken müssen.
Verfolgt werden sie von weniger sich integrierenden Persönlichkeiten, die dafür fiese "One-Liner" absondern dürfen und auch sonst recht rigoros sind, was dem Film für eine "PG 13" eine erstaunliche Härte verleiht, auch wenn nicht alles im Bild zu sehen ist. Leider müssen diese üblen Burschen eine bürokratische Reihenfolge einhalten beim Ermorden der geflüchteten Planetenbewohner, wofür es zwar keinerlei logischen Grund gibt, dem Film aber immerhin seinen Titel verleiht - "Ich bin Nummer 4". Bei dem Jungen im Urwald handelte es sich nämlich um Nummer 3, weshalb John jetzt an der Reihe ist. Eine geheimnisvolle junge Frau (Teresa Palmer) taucht auch gleich zu Beginn auf, die sich ebenfalls auf Johns Fährte setzt, deren Rolle aber zuerst im Unklaren bleibt.
Doch bevor es zum großen Show-Down kommt, wechselt der Film erstmal ins andere Genre-Fach - zur Highschool-Liebes-Komödie. An dem neuen Ort, wo sich John und sein Pseudo-Vater Henri aufhalten, gibt es natürlich auch eine Highschool, an der sich John gegen Henris Rat einschreibt, weil er sich zu Hause verständlicherweise langweilt. Diese verfügt über die klassischen Klischee-Rollen, die John alle in den ersten 10 Minuten seiner Anwesenheit kennen lernt. Mark (Jake Abel), den Schul-Quarterback, der zusammen mit seinen Kumpels den Außenseiter Sam(Callan McAuliffe) schikaniert, und selbstverständlich mit Sarah (Dianna Agron), das so hübsche, wie wohlerzogene Girl, das mit dem Quaterback wieder Schluss gemacht hatte und in das sich John gleich verguckt.
Man merkt dem Film an, dass er für die vielen Stilelemente, die er in seiner Handlung vereint, zu wenig Zeit hatte, weshalb er sich auf wenige Personen beschränkt, um das Ganze stilgerecht voran zu treiben - die heißen: zu erfahren, dass der Außenseiter in Wirklichkeit tough ist, sich mit dem Quaterback zoffen und eine Liebesbeziehung mit Sarah beginnen. Dazu kommen noch seine Superhelden-Fähigkeiten, die er richtig einzusetzen lernen muss, um im Show-Down eine Chance gegen die Angreifer zu haben.
Was Reißbrett artig klingt, ist auch so, aber man kann dem Film nicht unterstellen, dass er dieses Konglomerat nicht unterhaltsam und gefällig umgesetzt hätte. Das Tempo ist hoch, Bösewicht Kevin Durand ironisch grimmig und die Action kann auch überzeugen. Wer zudem die angesprochenen Genres mag, wird hier auf seine Kosten kommen, auch wenn die Charakterisierungen der handelnden Personen an Flachheit schwer zu überbieten sind. Man sollte sich auch nicht zu viel Gedanken über die Logik des Szenarios machen, denn wenn die Verfolger nur streng nach Zahlen töten können, warum versammeln sich nicht einfach Nummer Fünf bis Neun und machen sie platt - ihnen selbst kann schließlich nichts passieren? - Aber dann gäbe es ja keine Fortsetzung, in die die Helden zum Schluss verschwinden... (4/10).