Steven Seagal, ein seit Jahren sehr sehr fleißiger Direct-to-Video-Akteur, will nun noch die letzte Bastion erobern: das Fernsehen. Und hierfür hat er in Personalunion als Ausführender Produzent, Autor und Hauptdarsteller eine neue Polizeiserie ins Leben gerufen.
Den Pilot zu "Southern Justice" gibt es unter dem Titel "Deadly Crossing" bereits auf britischer DVD.
Elijah Kane leitet eine Polizeisondereinheit in Seattle, die sich mit Drogenhandel auseinandersetzt.
Mehr gibt es bereits zu den ersten neunzig Minuten nicht zu sagen. Steven Seagal alias Kane schart eine ziemlich uncharismatische Truppe von Grünschnäbeln umsich und greift als Mentor immer wieder ins Geschehen ein.
Zum großen Verdruss der Zuschauer haben Seagal und Joe Halpin sich ganz alleine mit Story und Drehbuch befasst, was schon bei ihren DVD-Streifen für wenig Spannung und Abwechslung sorgte; auf weichgespültem TV-Niveau ohne Budget und harter Action nun aber vollends in die Hose geht.
Langweiliges Palaver, ein stocksteifer Hauptdarsteller und unbekannte Flitzpiepen vermengen sich zu einem öden Standardbrei ohne Höhepunkte. Und als Sahnehäubchen musste schließlich ein Uralt-Track von Seagals "Songs from the Crystal Cave" als Titelsong herhalten. Alter Falter!
Um heute im Fernsehen erfolgreich zu sein, braucht es schon das Niveau von "24" oder "The Shield" und nicht das von "Walker, Texas Ranger", welches aber "Southern Justice" noch um Längen unterbietet. Selbst wenn die kompletten 13 Folgen jemals gesendet werden sollten, wird es mit Sicherheit keine zweite Staffel geben. Das dürfte angesichts des dürftigen Pilotfilms außer Frage stehen.
Denn keine einzige Schwäche von Seagals DVD-Actionern wurde fürs Fernsehen korrigiert. Ganz im Gegenteil: auch hier wird die Rückfront des Großmeisters beim Rumstehen gedoubelt und die Fights sind unübersichtlich. Lediglich das mittlerweile bekannte Voicedubbing gibt es nicht. Regisseur Keoni Waxman ("A Dangerous Man") sorgt zudem noch für eine ansehnliche Optik. Das reicht aber beim besten Willen nicht aus.
Schlappes Fazit:
Lieber einen von Seagal letzten Kloppern als diese lustlos heruntergekurbelte Polizieiserie ohne nennenswerte Action. Das hatte ich mir wirklich anders vorgestellt!