Unser großes Multitalent hat jetzt auch eine eigene Fernsehserie!
Und die Frage, was für einen Charakter der Machismo-Mime hier gibt, erübrigt sich selbstverständlich: it's a tough cop, baby.
Etwas genauer: Seagal ist der Leiter einer investigativen Spezialeinheit. Hier fühlt man den Dingen auf den verfaulten Zahn, geht auch mal undercover und vor allem: ballert und prügelt stets munter drauf los!
Man ahnt es schon, diese Serie ist brutal CAMP deluxe. Wie ja eigentlich alle späteren Seagals, speziell seine Ostblock-Ramschware, wird crime in einem ganz eigenen, realitätsfremden Universum bekämpft. Hier herrschen eigene Regeln. Die Grundkonstellationen werden nur kurz umrissen, um direkt die verinnerlichten Standarts in extrovertierter Ästhetik abzufeuern. Dialoge aus dem Baukasten, mit Lizenz zur geistigen Versehrtheit, quetschen das rasche Geschehen in Muster der übertriebenen, simpel-brutalen Gut-Böse Polizei-Filmwelt. Der Zuschauer weiß, hier muß das Hirn aus und der niedere Instinkt aktiviert werden. Seagal is back! Schön!
Natürlich ist unser Stevie immer noch dick und unbeweglich, schauspielert wie ein marmorner Schrein der Alte-Männer-coolness und labert fast ausschließlich klischee-umglitschten Unsinn. Natürlich sind die storys der 6 Folgen (plus Cliffhanger-Episode) so dumm wie banal und EXTREM unlogisch.
Und jetzt kommt das ABER:
1. Stevie tritt zu 85% selbst in Aktion! Eine Sensation!
2. Es gibt regelmäßig auf die Kauleiste, in dieser ersten Staffel passieren wirklich mehr fights, als in seinen Billig-Ostwerken zusammen.
3. Wir sehen Seagal manchmal mit Bart!
4. Zwei, drei Mal holt der Meister die Gitarre raus!
Die moderne Optik der Serie wirkt auch relativ wertig, es gibt ein paar saftige Einschüsse und wie bereits angedeutet: völlig übertriebene, unrealistische, unmotivierte Polizeigewalt!
Sehr unterhaltsam, die Badguys kümmern sich gar nicht drum, daß sie es mit cops zu tun haben, die kloppen sofort los. Unsere Staatsdiener verwundert das aber keineswegs, die kloppen da gleich mit. Und sobald nur der Hauch einer Möglichkeit besteht, einen kleinen Gauner Massaker-mäßig abzuknallen - Steven und sein Team sind dabei!
Sehr unterhaltsam auch das Profilierungsgerede vom Dicken. In jedem zweiten Satz erwähnt er völlig zusammenhangslos und stur, was er alles drauf hat, daß ohne ihn bei den Bullen nix läuft, daß er diese und jene Spezialeinheit trainiert und sowieso und überhaupt. Er ist der geilste! Und das muß jeder wissen!
Echte Seagal-Fans können hier eigentlich gar nicht meckern, das ist unterhaltsamer als ein Drittel seiner späteren Filmographie.
Gesamtnote 7/10