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Mit ALIAS geht mal wieder eine dieser TV-Serien an den Start, deren Trailer ein tosendes Actionfeuerwerk in Kinoqualität verspricht. Und im Gegensatz zum extrem schäbigen MUTANT X hät ALIAS zumindest teilweise, was die Vorschau verspricht. Leider nimmt sich der Pilotfilm, mit einer Stunde Laufzeit ziemlich kurz, sehr viel Zeit, die Beziehung der Protagonistin mit ihrem Lover darzustellen, nicht unbedingt das, was der Actionfan sehen will, zumal sich diese Szenen auch in den üblichen Klischees ergehen, emotional total uninvolvierend sind, und natürlich mit dem obligatorischen Kitschpop unterlegt sind.
Wenn dann die eigentliche Handlung losgeht kann der Film auch nur bedingt überzeugen. Eine Top-Agentin sollte eigentlich wissen, daß die Geheimhaltung ihres Jobs auch ihren Macker betrifft, die Konsequenzen aus ihrer Unachtsamkeit hat sie sich also selbst zuzuschreiben. Von daher ist der Haß auf ihre Organisation nur zum Teil verständlich. Klammert man dieses Detail aus, so wird in der zweiten Hälfte des Pilotfilmes dann für TV-Verhältnisse wirklich höchst furiose Action geboten, Shootouts, Martial Arts, Verfolgungsjagden, Explosionen in einer Qualität, die durchaus das niveau gängiger Kinoproduktionen erreichen, z.T. auch übertreffen (z.B. im Vergleich zu BAD COMPANY).

Die Story wirkt allerdings auch in der zweiten Hälfte leicht zerfahren, vielleicht war es etwas viel, was die Macher in die 60 Minuten des Pilotfilmes stecken wollten.

Die Optik der ersten Folge ist recht edel, nicht so überstylt wie die von MUTANT X, vielleicht vergleichbar mit der von BOURNE IDENTITY, an den die Serie mich generell stark erinnert.
Musikalisch gibt es die übliche Mischung aus elektronisch erzeugter Spannungsmusik und Technogeschrappel, immerhin recht atmosphärisch und passend.
Der Soundmix war für TV-Verhältnisse recht gut, kann natürlich nicht mit dem von aktuellen Kinofilmen mithalten.

Für Actionjunkies ist die Serie auf alle Fälle eine preiswerte Methode, sich den Dienstag Abend zu vertreiben.

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