Review

Review zur kompletten 1. und 2. Staffel

Wie so viele Serien aus den USA hat es auch ALIAS mal wieder sehr schwer in Deutschland richtig Fuß zu fassen. Trotz guter Sendezeit und Pro 7 als Sender sind die Quoten nicht das was sich Pro 7 vorstellt. Wenn ich immer sehe das Serien wie HINTER GITTERN oder ALARM FÜR COBRA 11 über 5 Millionen Zuschauer haben und Top Serien wie ALIAS oder 24 zwischen 1 – 3 Millionen liegen könnte ich mir Stunden lang die Haare raufen. Völlig unverständlich, finde ich.

ALIAS ist in jeder Hinsicht eine erstklassig produzierte TV-Serie mit guten Darstellern, aufwendiger Action und spannender Story.

SEASON 1:

Sydney Bristow arbeitet für SD 6, wie sie glaubt eine Untergruppe der C.I.A., als Geheimagentin. Eines Tages macht ihr Verlobter einen Heiratsantrag dem sie freudig zustimmt. Um ihn nicht weiter zu belügen informiert sie ihn über ihren wahren Job. doch das bekommt SD 6 mit und lässt ihn liquidieren. Erst dadurch erfährt Sydney die Wahrheit und heuert als Doppelagentin für das C.I.A. an.

Ich gebe die Story nur grob wieder weil ALIAS zu den Serien gehört wo man nicht zuviel verraten sollte. Die Storys der einzelnen Folgen hängen fast alle von Teil 1 bis 22 zusammen und bietet dadurch eine nicht unbedingt geradlinige und recht verworrene Story, die aber sehr interresant und klug ausgearbeitet ist. Hauptteil ist dabei die Suche nach Artefakten des Propheten Rambaldi. Spannung entsteht vor allem dadurch dass eigentlich jede Folge mit einem Cliffhanger zur nächsten Episode endet.
Dabei beschäftigen sich die Geschichten nicht nur mit Sydney, sondern auch mit ihrem Privatleben, welches sie von ihrer wirklichen Arbeit strikt trennen muss um ihre Freunde nicht auch noch zu verlieren. So arbeitet z.B. ihr Vater auch als Doppelagent, ihr bester Freund recherchiert hinter ihrem Rücken nach den Mördern ihres Verlobten und gerät dadurch in Todesgefahr, ihre beste Freundin wird betrogen und zwischen dem C.I.A Kontaktmann Vaughn und ihr scheint es zu funken.
Beide Bereiche (Privat und Arbeit) bieten sehr viel Unterhaltung und es kommt keine Langeweile auf. Ihre Einsätze muss Sydney weltweit ausführen und so wechselt die Location ständig zwischen L.A. und z.B. Berlin, China, Rio usw. Dabei wird meistens Stockfootage gezeigt und durch gutes Produktionsdesign vorgetäuscht wirklich in den verschiedensten Ländern zu sein. Wobei Szenen wie die im Berliner Olympiastadion dann wirklich dort gefilmt wurden.
Die Action Szenen sind aufwendig und modern Inszeniert. Neben etlichen Martial Arts Szenen gibt es auch genug Schießereien und Explosionen. Natürlich geht es auch oftmals nicht wirklich realistisch zur Sache und einige Ideen sind etwas übertrieben, so wie auch die meisten Einsätze sehr schnell erledigt sind. Vermutlich ist gerade das übertriebene ein Problem für Deutschland und lässt viele Kopfschüttelnd abschalten. Aber was bei James Bond in Ordnung ist, funktioniert auch hier. Es ist halt keine Serie wie C.S.I. die vor allem Wert auf Realismus legt. So gibt es auch leicht mystische Einschläge, was vor allem mit den Rambaldi Artefakten zusammenhängt.

Wie in letzter Zeit von den Top Serien gewohnt sind auch hier die Schauspieler sehr gut und optimal besetzt. Vor allem Jennifer Garner ist hier genauso perfekt besetzt wie als Electra in DAREDEVIL. Sie ist ebenso hart wie zart und bringt die beiden Seiten ausgesprochen gut zur Geltung. Man nimmt ihr die knallharte Kämpferin ebenso ab wie die zerrütte Sydney deren Leben kein normales ist und ein Schicksalsschlag nacheinander bringt.
Auch die anderen Darsteller sind über den Durchschnitt der Fernsehlandschaft einzuordnen.

Kommen wir zu den Gaststars. Neben etlichen bekannten Gesichtern aus der B-Film Ecke (was mich immer erfreut) wie James Hong, Angus Scrimm(DAS BÖSE 1-4 mit seiner im englischen unglaublichen Stimme!), Kampfsport Ass Benny Urquides (POWERMAN), Tobin Bell(DIE FIRMA), Ric Young (CORRUPTOR) und den Albert Pyun Ikonen Norbert Weisser (ADRENALIN) und Scott Paulin (CAPTAIN AMERICA) sind solche Größen wie Amy Irving, Peter Berg (Regisseur von WELCOME TO THE JUNGLE), John Hannah (Die MUMIE 1+2 mit einer sehr guten Leistung) und Quentin Tarantino (der wieder einen verrückten Charakter gibt) zu sehen. Unter den Regisseuren sind vermutlich die bekanntesten der ehemalige Schauspieler Ken Olin (Y2K), Jack Bender (CHUCKY 2) und Perry Lang (MEN OF WAR) zu finden. Auch Serienerfinder J.J. Abrams (Drehbuch u.a. zu JOYRIDE) führt ebenso Regie. Daneben hat er etliche Drehbücher und die Titelmusik geliefert.

Die Musik in der Serie bietet eine gelungene Mischung aus Techno, Rock und Pop und passt entweder zu den guten Actionszenen oder den oftmals traurigen Bilder aus Sydneys Privatleben.

Fazit: Einer der besten und spannendsten Serien in letzter Zeit und absolut ein Empfehlung wert. Man sollte aber von Anfang an dabei sein denn die zusammenhängende Story macht einen Einstieg in die Serie nicht ganz einfach. Die Action und Productionvalues sind aufwendig, auch wenn es manchmal etwas übertrieben ist. Darüber sollte man aber hinwegsehen, weil man sonst eine gute Actionserie mit guter Story und tollen Gaststars verpasst.

SEASON 2:

Nachdem Staffel 1 mit einem spannenden Cliffhanger endete geht es ebenso spannend weiter.
Ich werde mich hier kürzer fassen, versprochen. Da die 2 Season nun endlich läuft (ich konnte nicht warten und habe mir die US DVD´s besorgt; von beiden Staffeln) wäre es sträflich zuviel zu verraten. Deshalb beziehe ich mich hier auch nur auf grundliegende Sachen.

Die Qualität der Serie bleibt zum Glück erhalten, trotz einiger Veränderungen. So sind die Storys nicht mehr ganz so verwoben, einige Handlungsstränge werden zu Ende geführt, neue eröffnet und auch bei den Charakteren stehen einige Änderungen bevor. Sydneys Mutter (Geheimnisvoll Lena Olin) bestimmt natürlich die zweite Staffel und wirbelt das Leben ihrer Tochter noch mehr durcheinander. Diesmal kann Sydney auch nicht verhindern das ihr Job sich in ihr Privatleben drängt. Und natürlich kommen Gefühle an die Oberfläche die bisher verborgen waren…

In der 2ten Staffel gibt es dann auch nicht mehr nur Cliffhanger Folgen, was der Spannung auf die nächste Woche aber keinen Abbruch tun sollte. Die Storyline bietet neben einigen Antworten natürlich viele neue Fragen und Wendungen mit dann man nicht unbedingt rechnen kann. Dafür finde ich diesmal einige Effekte nicht mehr ganz so gelungen, soll heißen manchmal kann man deutlich den Effekt erkennen. Selbstverständlich besucht Sydney und ihr Team weiterhin die ganze Welt; darunter auch wieder Berlin. Doch leider ist diesmal deutlich zu erkennen dass nicht in Berlin gedreht wurde, da von den Uniformen der Polizei über die Einsatzwagen usw. aber auch gar nichts stimmt! Das lässt einen natürlich schmunzeln, schadet aber nicht.

Dafür ist die Action um einiges härter. Neben den üblichen Martial Arts Kämpfen gibt es etliche blutige Einschüsse zu sehen und selbst einen Priester der Sekundenlang verbrennt bekommt man geboten. Solche Szenen wurden früher in jedem B-Film raus geschnitten. Bin gespannt ob es alles unzensiert läuft. Auch der eine oder andere Kampf fällt härter aus.

Musik und Regie ist natürlich wieder ohne Mängel zu bewerten.

Auch diesmal bekommt man wieder einige Hochkarätige Gaststars geboten. Neben einigen bekannten Gesichtern aus Staffel 1 kommen diesmal Rutger Hauer, Ethan Hawke und Christian Slater zum Zuge.

FAZIT: Ohne große schwächen wird ALIAS kongenial weitergeführt und bietet wieder spannende und oftmals überraschende Unterhaltung mit einem härteren Actiongrad, auch wenn der eine oder andere Punkt etwas unrealistisch ist. Aber alleine durch die guten Schauspieler und Gaststars kann man locker darüber hinwegsehen; mich stört so was ohnehin nicht. Die letzte Folge bietet wieder allerhand Stuff für Season 3 und endet mit einem fast noch besseren Cliffhanger. Das alles reiht ALIAS zu meinen Lieblingsserien neben FARSCAPE, 24, DARK ANGEL usw. ein. ANSEHEN!!!

9/10

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