Review

Der Sommer ist da und für viele Kids beginnt die Zeit im Ferienlager Camp North Star.
Während viele der Jugendlichen begeister sind, fühlt sich der sensible Rudy (Chris Makepeace) nicht wohl, eher wie ein Außenseiter. Doch der Betreuer Tripper (Bill Murray) freundet sich mit dem Jungen an und gibt ihm Selbstvertrauen mit auf den Weg. Am Ende der Ferien steht noch die zweitägige Olympiade gegen den Erzfeind Camp Mohawk an...
Der Titel lässt eher Schlimmes ahnen und ist mal wieder total daneben gewählt. Das macht aber nichts, da man hier den Prototypen der Sommer-Camp Filme hat.
Hier sind schon so gut wie alle Klischees und Figuren enthalten, die diese Art von Komödie benötigt. Der etwas dämliche "Noob" Namens Spitz, der beleibte Fink, eine Sportskanonen, usw. (damals fehlte noch der Quoten-Schwarze).
Klar, der Film, Baujahr 1979, hat schon ein wenig Staub angesetzt, reicht aber noch locker für einen lockeren und amüsanten Abend aus. Speziell die Sprüchedichte ist beeindrucken, gerade von Bill Murray. Dies wird teilweise noch in der deutschen Synchro, mit Abwandlungen oder zusätzlichen Kalauern verstärkt. Dazu bietet der Film eben auch jenes heimelige Campfeeling, das man erwartet.
Neben allerlei Streichen (der Campleiter Morty wacht jeden Morgen irgendwo anders mit seinem Bett auf), gibt es auch ab und an leisere Töne und "Coming of Age" Einflüsse, wenn Rudy keinen Anschluss bei den anderen findet.
Alleine für den Spruch "Ist das eine Rolle Kekse in Deiner Hose oder die Freude mich zu sehen" gebührt dem Film alle Ehre. Den Spruch kennt man sicher in der einen oder anderen Abwandlung, hier taucht er erstmals auf.
Ein weiterer Höhepunkt ist das zweitägige Olympia Finale, gegen die Bonzen aus dem Camp Mohawk. Diese bescheissen schon mal gerne bei der ein oder anderen albernen Disziplin (Würstchenessen, Stapeltassen-Lauf...), Camp North Star gewinnt aber natürlich genertypisch noch knapp am Schluss und somit ist das Ende perfekt.
Nachtrag:
Natürlich kommen Frühlingsgefühle und das knospen von Liebeleien unter den Campbetreuern nicht zu kurz. Somit sind alle Zutaten beisammen...
Wer auf Komödien der alten Schule mit massig Sprüchen steht und der Camp Kulisse etwas ab kann, der hat hier einen netten Film für einen amüsanten Abend, mit einem Bill Murray in Hochform.
Ausgeklügelte Kameraarbeit oder hochbegabte Schauspieler sollte man nicht erwarten (wer glaubt das auch?). Alle machen ihre Sache gut und das passt auch so. Ich schaue den immer wieder gerne. Mit ganz leicht angesetzter Staubschicht knapp an einer 8/10 vorbeigeschrammt.

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