Review

Mit einem angeblichen Mini-Budget von gerade einmal 40.000 Dollar lässt sich eigentlich nicht viel mehr produzieren, als ein paar Leute durch einen Wald latschen zu lassen. Keine Monster, keine mutierten Tiere, keine Zombies.
Entsprechend eindimensional gerät das Treiben folgerichtig, bis im letzten Akt ein unerwarteter Twist eintritt.

Die vierköpfige Familie Weaver, Vater Scott, Sohn Aaron, Tochter Rebecca und Mutter Emily schlagen sich seit einer Woche durch eine postapokalyptische Gegend und versuchen von der Stadt aufs Land zu gelangen. Nach einem Halt an einer verlassenen Tankstelle flüchten sie vor Maskierten in den angrenzenden Wald, wo etwas Unheimliches auf die Familie wartet…

Die Erzählung steigt komplett ohne Vorgeschichte ein, kein Supergau wird erwähnt, von keiner Seuche wird gesprochen und doch ist die Mehrheit der Menschen dahingerafft, was anhand einer verlassenen Stadt und zwei Leichen auf offener Straße hervorgeht.
Auf dem Land, in Dovers Bend, hofft man den verschollenen Sohn David zu finden und weniger Risiken ausgesetzt zu sein, doch gerade im Wald lauert die eigentliche Gefahr.

Die Figurenzeichnungen sind soweit tauglich, Dad macht zwar ein wenig zu sehr auf Patriarch, doch die Kinder erscheinen sympathisch, während Mom wiederum fast schon als White Trash Mutti durchgeht.
Nach einer Flucht durch ein Maisfeld wird es allerdings eine ganze Weile ruhig um die vier, zu ruhig.

Denn nur ziellos durch den Wald zu latschen, ab und an kurze Flüster - und Reverse-Stimmen wahrzunehmen, um erneut zu campieren und abwechselnd Wache zu halten, ist auf Dauer nicht sonderlich spannend zu verfolgen. Zwar sind die flüchtig visualisierten Alpträume von Scott ansprechend in Szene gesetzt, doch es wird zu uninteressantes Zeug aus vergangenen Tagen gewälzt, anstatt zumindest in Ansätzen näher auf die Bedrohung einzugehen.

Dies erfolgt erst im letzten Akt, als man in einer Hütte auf einige weitere Überlebende trifft und der Chef der Truppe genauer definiert, was es mit „Es“, der Gefahr auf sich hat.
Der anschließende Twist erfindet das Rad zwar nicht neu, überrascht allerdings in seiner Konsequenz und bringt gleichermaßen die wenigen Gewalteinlagen ins Spiel, welche bis dato ausblieben.

Leider wird insgesamt zuviel Zeit mit langweiligen Inhalten vergeudet, was die engagierten, aber nicht sonderlich charismatischen Mimen kaum auf ihren unbekannten Schultern tragen können. Inszenatorisch setzt man auf schlichte Darstellungen und schnörkellose Kameraarbeit, was der Atmosphäre besonders zu Beginn zugute kommt.
Trotz der überschaubaren Laufzeit von 82 Minuten kommt es besonders im Mittelteil zu einigem Leerlauf und somit ärgert es im Nachhinein betrachtet, dass die Erzählung nicht schon früher ein paar Randfiguren eingebunden hat, um das Geschehen abwechslungsreicher zu gestalten.
Der gelungene Finaltwist kaschiert im Endeffekt nicht, dass ein Großteil der Story zu sehr auf der Stelle tritt und die Sache doch etwas zu minimal abgewickelt ist, um einen mehr als durchschnittlichen Eindruck zu hinterlassen.
5 von 10

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