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„Muttertag 2“ war bereits finnischer Etikettenschwindel, doch auch der dritte Teil hat rein gar nichts mit dem Original von 1980 zu tun, welches zumindest noch ein paar spannende Szenen und einen bitter-zynischen Unterton aufwies. Bei vorliegendem Terrorfilm aus Großbritannien vermag allenfalls der gut ausbalancierte Score zu überzeugen.

Lauren und ihre kleine Tochter reisen von Amerika ins englische Hinterland, um ein frisch geerbtes Haus in der Einsamkeit zu inspizieren. Über Umwege gerät sie unter Mordverdacht und flieht mit Emily in den Wald, kurz darauf erwacht sie mit Verletzungen in den Räumlichkeiten des Muttersöhnchens Len, der Laurens Anwesenheit auf lange Sicht plant…

Die sympathischen Dialoge zwischen Mutter und Tochter während der Anreise, das Hereinschneien der vogeligen Nachbarin und das skurrile Dahinsiechen kurz darauf ergeben einen zunächst positiven Gesamteindruck. Dazu schafft der Soundtrack eine Stimmung zwischen Bedrohung und Komödie und man ist neugierig auf das, was noch folgen möge.

Doch mit dem Erwachen in Lens Gemächern fällt die Spannungskurve schlagartig ab, zumal der Kerl nicht sonderlich bedrohlich aussieht und auch die verzerrte Stimme seiner ihm befehlenden Mutter nicht übermäßig gruselig klingt. Indes lernt Tochter Emily in der angrenzenden Scheune einen gleichaltrigen Geist kennen, der ihr dabei hilft, Len während der kurzen Essenausgaben für sich zu gewinnen, während auch Lauren nach einiger Zeit beginnt, ihrem Peiniger Honig um den Mund zu schmieren, indem sie seine Küche lobt, nach der Bibel verlangt und ihm gar Hoffnung auf eine Hochzeit macht.

Das könnte alles schön abwechslungsreich ausfallen, wenn es denn mal einige Konfrontationen, Fluchtversuche oder gar körperliche Auseinandersetzungen gäbe, doch es bleibt bei zwei Selbstläuterungen, welche beide nicht gerade explizit ausfallen.
Lauren bleibt zu passiv, Len zwar launisch jedoch berechenbar, doch von außen kommt gar nichts, während im Fall von Lens Mutter von Beginn an klar ist, dass dieses Schicksal seit „Psycho“ nicht mehr kreativ ist.

Dieses trifft allenfalls auf den gut ausbalancierten Score zu, der beispielsweise mit einer aufprallenden Eisenkette als Snare arbeitet und auch sonst ein paar nette Melodien einbindet.
Ansonsten ist handwerklich zwar nicht viel auszusetzen und auch die marode Kulisse wirkt recht authentisch, nur darstellerisch wird gnadenloses Overacting geboten, was die Handlung phasenweise mehr ins Lächerliche abdriften lässt, anstatt auf Spannung und Unberechenbarkeit zu setzen.

Somit bleibt der Streifen uninspiriert, kaum kreativ, überwiegend ereignislos erzählt und selbst zum Showdown hin nur minimal unterhaltsamer als der Rest.
Psycho-Terror im Weichspüler-Format, ohne Tiefe, ohne notwendige Spannung und fast gänzlich ohne Blutvergießen. So etwas wie „Psycho Light“ ist allenfalls Neulingen des Genres nahe zu legen, alle anderen dürften da eher müde und gelangweilt reagieren.
3,5 von 10

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