Review
von Leimbacher-Mario
Staffel 8 - 8/10
Staffel 8
Es fehlt ein Stück...
Im achten und vorletzten Jahr von „Suits“ hat Harvey nach Mikes und Rachels Ausstieg/Umzug zwei seiner engsten Freunde und Verbündeten verloren, die beliebte Anwaltshitserie zwei ihrer absoluten Zugpferde und Hauptfiguren. Nun heißt es also für alle: sich neu ordnen, sortieren und angreifen. Denn die Kanzlei des „besten Anwalts in New York“ steht natürlich auch jetzt nicht still, weiterhin unter Beschuss und Neuzugänge (Katherine Heigl!) machen ihm gehörig Feuer unter'm Hintern... Wie und ob der Semi-Neustart gelingt ohne zwei bisherige Kernantriebsfedern?
Es ist erstaunlich, wie gut „Suits“ auch ohne Mike & Rachel funktioniert. Klar fehlt etwas, klar ist die Richtung und das Gefühl etwas anders, klar ist es grundsätzlich schon schade - und dennoch fühlt sich die Serie nun erwachsener und in seinen besten Momenten sogar befreiter (!) denn je an. Das ist mehr als überraschend und schön zu spüren als langjähriger Fan. Natürlich ist es nach fast zehn Jahren dennoch vollkommen richtig langsam zu einem Ende zu kommen, doch die drastischen Einschnitte haben jetzt nicht zu einem plötzlichen Druckabfall geführt. Manche Ecken und Kanten blühen sogar wie gesagt eher auf. Louis bekommt mehr Raum, Tiefe, Bedeutung und (endlich!) Anerkennung. Gerade seine Beziehung und Freundschaft zu Harvey war nie stärker. Auch sein Psychologe ist eine Bereicherung und es ist schön mehr von ihm zu erfahren und zu sehen. Zudem ist Katherine Heigl ein potenter Neuzugang mit Zug, Charakter und Sprengkraft. Donna rult weiterhin und die letzten Momente der Staffel sind mehr als aufregend und befriedigend. Da guckt man nur selten melancholisch zurück. Die Anzüge und Kostüme bleiben hochklassig, die Popsongs haben Power, New York schläft weiterhin nicht und niemals hätte man gedacht, dass Jura und Anwaltsmachenschaften derart unterhaltsam sein könnten. Und das noch immer und nach fast einem Jahrzehnt! Nur Katrinas Nebenstory wirkt eher generisch und fast wie ein Fremdkörper. Und einige einzelne Fälle bleiben kaum in Erinnerung. Ansonsten ist alles angerichtet für eine tolle, sehr persönliche letzte Staffel. Vielleicht ja auch mit der ein oder anderen Rückkehr...
Fazit: auch ohne Mike Ross und seine „Prinzessin“ noch eine sehr pfiffige und unterhaltsame Anwaltsserie. Aber eben doch spürbar auf ein hoffentlich würdiges Ende zulaufend. Gut, wenn auch (schon länger) nicht mehr großartig. Trotzdem prägend für die 2010er! (8/10)