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Biogas, Windenergie, Wasserkraft oder Erdwärme, - einen dreifachen Tusch auf die so genannten erneuerbaren Energien, die wunderbar wären, wenn sie dem Verbraucher aktuell nicht so tierisch auf der Tasche lägen. Auch die Autoren von „Metal Tornado“ hatten einen güldenen Plan, der speziell für Trash-Freunde konzipiert wurde: Alles aus Metal wird von einem magnetischen Wirbelsturm angezogen, der im Umkreis von Pennsylvania einigen Schaden anrichtet, während es ausschließlich Lou Diamond Phillips eingeräumt wird, die Welt zu retten.

Jener bekleidet die Rolle des Astrophysikers Michael Edwards, der beim Unternehmen Helios arbeitet. Bei einigen Sonnen-Eruptionen soll die Energie per Satelliten gebündelt und konvertiert werden, doch zwei Prozent bleiben verschwunden. Bis es im direkten Umkreis des Unternehmens zu anormalen magnetischen Reaktionen kommt…

Der Titel wäre ein guter Bandname für eine drittklassige Metal-Band, doch in diesem Fall ist der Name Programm, auch wenn auf wissenschaftlicher Ebene viel Humbug verzapft wird und der Versuch von Erklärungen zuweilen ins Lächerliche abdriftet.
Die Chose hat etwas von „Twister“ im minimierten TV-Format, denn das Tempo ist von Beginn an latent flott und Abwechslung wird durch viele kleine Ereignisse erzeugt, bei denen meistens Durchschnittsbürger mit dem magnetischen Phänomen konfrontiert werden.

Da bildet eine in den Himmel entschwindende Motorsäge eines Waldarbeiters noch die harmlosere Szenerie, denn später werden ganze Autos, Dächer und ein Wohnwagen in den trichterförmigen Sog katapultiert, der aus unerfindlichen Gründen brummt und blaue Blitze mit sich bringt.
Indes bleiben die Figuren schablonenartig und klischeebeladen: Typische Probleme zwischen Helden und Sohn, ein ignoranter Firmenboss, eine vollbusige Motorradbraut und ein warnender Wissenschaftler bilden nur die Spitze der Katastrophenfilm-Strickmuster.

Dennoch funktioniert die Chose trotz allenfalls zweckdienlicher CGI recht ordentlich, da ständig Bewegung im Spiel ist und Philipps in einigen Szenen sogar zwei Gesichtsausdrücke hinbekommt. Der Tornado selbst sieht zwar nicht so knorke aus, doch die magnetischen Effekte hat das Team recht ordentlich gestaltet, etwa, als ein Farmer von seinen eigenen Werkzeugen attackiert wird, in einer Tankstelle sämtliche Getränkedosen durch die Luft wirbeln oder die ersten Autos beginnen zu wackeln.

Natürlich sollte man bei alledem kein Effektfeuerwerk erwarten, denn die TV-Produktion ist mit sichtlich geringem Budget ausgestattet und kann sich gerade mal weniger gefragte Mimen wie Nicole de Boer oder John Maclaren leisten, wie auch der Score aus der Retorte zu stammen scheint.
Dennoch dürfen eingefleischte Trash-Fans, die gerne mal im Katastrophenfilmbereich unterwegs sind, einen recht unterhaltsamen Streifen erwarten, bei dem in geselliger Runde auch gut und gerne mal ein Fass aufgemacht werden kann, - alle anderen sollten das Werk aufgrund unzähliger Dämlichkeiten meiden.
6 von 10

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