Um die Actionszenen von HAYWIRE möglichst authentisch darzustellen hat man mit Gina Carano als Agentin Mallory eine echte texanische Mixed-Martial-Arts Kämpferin ausgewählt und wer auf kampfbetonte Actionfilme steht wird mit ihrer Performance eine große Freude habe, denn hier wird nicht auf das Stuntgirl oder den Stuntboy mit Perücke umgeschnitten, sondern sie macht alles selbst und das kommt diesen Szenen zugute. Ansonsten hat sie leider auch die schauspielerischen Fähigkeit und eine Ausstrahlung in ihren guten Szenen wie Jean-Claude van Damme in seinen guten Filmen und in ihren schlechten Szenen wie Steven Seagal in all seinen Filmen ;-)
Dazu kommt eine extrem verwirrende Story die sicherlich nur mit Absicht und in bezug auf den Titel HAYWIRE ausgewählt werden konnte. Hier das wichtigste OHNE SPOILER: Mallory (Gina Carano) ist als Ex-Marine für eine private Security Company angestellt und gerät in einen gefährlichen Job nach dem nächsten. Dann wird ihr eine Falle gestellt und sie ist dann weltweit auf der Flucht.........es hört sich so einfach an, aber zunächst ist es tatsächlich komplett "drunter und drüber" (= engl. Bedeutung von Haywire).
Sollte der Titel tatsächlich mit einem Augenzwinkern von Steven Soderbergh ausgewählt worden sein dann meinen Respekt, zuzutrauen wäre es ihm. Allerdings rettet das den Film nicht vor der Mittelmäßigkeit, zumindest wenn man hochwertige Action-Thriller und eine ausgefeilte Story als Maß nimmt. Selbst die Actionszenen nehmen sich teilweise etwas isoliert und nicht wirklich in die Handlung integriert aus. In den anderen Teilen des Film herrschen wiederum dramaturgische Längen zum einen oder "Style over Substance" zum anderen.
Dazu kommt eine der nervigsten Filmmusiken der letzten Zeit, eine deutlich zu laut abgestimmte jazzrockartige FuMu (=funktionelle Musik) die ständig an den Nerven zerrt. Um das Kuriositätenkabinett voll zu machen wurden sogar noch Antonio Banderas und Michael Douglas (ja, die echten!) für absolute Nebenrollen engagiert, so daß man das ganze sogar fast als kreativ geplantes Experiment bezeichnen könnte. Es sollte wohl ein kampfbetonter Agenten-Thriller sein in dem sogar solche Stars in den Hintergrund geraten - rausgekommen ist allerdings eine pseudoauthentische psychologische Studie einer BATWOMAN die gut kämpfen aber leider ebensowenig schauspielern kann verknüpft mit einer Story die so wirr ist, daß einem beim Nachdenken über den Sinn des Ganzen schnell der Kopf zu schwer werden kann....
4/10 Doppelagenten...äh,...Punkten