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Ein Martial-Arts-Agententhriller in farbenfroher Optik mit Jazz-Soundtrack. Alles sehr ungewöhnlich und daher für den Cineasten eine interessante Abwechslung zum Action-Einheitsbrei. Jedoch sind nicht alle Einfälle Soderberghs gelungen. Der an sich nicht schlechte, aber immer am falschen Moment einsetzende Score nimmt einiges an Spannung, und die Story ist zu abenteuerlich geraten. Daher ist dieser Film für Mainstream-Actionfans wahrlich nicht zu empfehlen. Wer aber mal einen Blick auf Arthouse-Kunst-Actionkino riskieren möchte, wird nicht schlecht unterhalten.
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Typisch Steven Soderbergh: Wie schon in Contagion oder auch der Ocean’s-Reihe wirft der Regisseur wieder mit Stars um sich, als gäbe es sie im Sonderangebot. Viel Zeit zum Glänzen hat das namhafte Aufgebot an Akteuren aber nicht, im Mittelpunkt von Haywire steht nämlich ein gänzlich unbekanntes Gesicht: Gina Carano prügelt sich als knallharte Agentin durch ein kriminelles Komplott, welches durch die sprunghafte und nicht so wirklich stimmige Erzählweise komplexer erscheint, als es eigentlich ist. Optisch gibt es dafür keinen Grund zur Klage: Die verspielte Regie jongliert lässig mit stilvollen Klängen und spritzigen Farbkombinationen. Im krassen Kontrast dazu stehen die ruppig-rauen Nahkämpfe, welche dank der fehlenden Musikuntermalung ein ganz besonderes Flair verbreiten. Im Endeffekt ein vernünftiger Film, dessen Inhalt nicht mit der Inszenierung mithalten kann - Soderbergh war schon mal besser.