Mit einem wie John Foo verhält es sich ähnlich wie mit einigen anderen Martial Arts Spezialisten: Leute wie Jet Li, Tony Jaa oder auch Cung Le besetzt man gerne für etwas Kampfsportaktion, doch sobald es an Charaktertiefe der Figuren geht, versagen die Typen grundlegend. Deshalb wird so etwas bei „Rebirth“ auch gar nicht erst großartig versucht.
Als Zehnjähriger musste Manit (Foo) mit ansehen, wie seine Eltern von Maskierten erschossen wurden, seither empfindet er keinerlei Gefühlsregung. Während seiner Jugend wird er in die Kunst des Kämpfens eingeführt, was ihm bei seinem Rachefeldzug mithilfe der Journalistin Clara (Caroline Ducey) durchaus nützlich ist. Doch als es ihn in höchst kriminelle Kreise verschlägt, kommt Manit ohne Hilfe von außen nicht mehr weiter…
Jean-Marc Minéo ist vor allem als Darsteller und Stunt-Koordinator ein Begriff, „Rebirth“ stellt seinen ersten Ausflug auf die Leinwand dar, bei der er folgerichtig das Hauptaugenmerk auf die Action legt und weniger um eine clever aufgezogene Geschichte bemüht ist.
Beinahe klassisch laufen die Trainingseinheiten bei seinem Mentor ab, wobei aus der Ataraxie als Krankheitsbild wenig bis gar nicht geschöpft wird. Manit ist eben ein meistens teilnahmsloser junger Mann, der Gerechtigkeit mit knallharten Mitteln verfolgt und mithilfe seiner Begleitung Clara überhaupt erst einmal lernt, Verantwortung für andere zu übernehmen, während Manit beim Umgang mit seinen zahlreichen Kontrahenten rein gar keine Rücksicht nimmt.
So sind es denn auch die vielen Kämpfe, die das vage Storygerüst (Korrupte Cops, eine Heroingang und illegale Käfigkämpfe) beisammen hält. Die Choreo befindet sich auf ordentlichem B-Niveau, die Kamera liefert saubere Einstellungen, der Schnitt ist zackig und die Moves sind zwar schlichter, jedoch oft auch akrobatischer Natur. Besonders hervorzuheben sind eine Passage auf engem Raum in einem Fahrstuhl und der Fight in einer U-Bahn, bei dem nicht nur die Metallstangen als Unterstützung dienen.
Aufgrund zahlreicher Schauplatzwechsel und einiger Verfolgungen wird schon allein dadurch passable Abwechslung geboten.
Demgegenüber bietet der Rest der Geschichte wenig bis gar keinen Tiefgang oder gar doppelbödige Wendungen. Die Bösen stehen von Vornherein fest, die Guten bleiben die Guten und am Ende muss man nicht lange raten, gegen wen oder welche Gruppe der finale Fight angetreten wird. Dennoch plättet unser unerschrockener Held nicht immer jeden Gegner, da er zuweilen auch mal einstecken muss oder gar kurzfristig in Gefangenschaft gerät.
Müßig zu erwähnen, auf welch hanebüchenen Methoden er zuweilen aus prekären Situationen entkommt, selbst wenn zwischenzeitlich Handschellen im Spiel sind.
John Foo agiert auf erwartungsgemäßem Niveau, bemüht sich jedoch auch während der wenigen ruhigen Szenen sichtlich um Authentizität und performt damit insgesamt solide, was auch auf die übrigen Mimen zutrifft. Der Score liefert indes brauchbares Material und auch diverse Schauplätze lassen ein wenig Atmosphäre aufkommen.
Aufgrund des nahezu latent hohen Tempos und der passablen Action kommen Kampfsportfreunde mit geringer Erwartungshaltung gewiss auf ihre Kosten. Es wird enorm viel Kurzweil geboten, hinzu kommen einige deftige Szenen inklusive einiger Brüche und ausgeschlagener Zähne und die Anzahl an geplätteten Gegnern ist am Ende durchaus beachtlich. Kein Meilenstein, doch als kurzer (78 Minuten) Trip für Zwischendurch recht annehmbar.
6,5 von 10