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20 Jahre nachdem er sein Elternhaus verließ finden Helen (Cara Seymour) und Henry Sawyer (J.K.Simmons) ihren Sohn Gabriel (Lou Taylor Pucci) wieder. Nach der Entfernung eines Hirntumors liegt sein Gedächtnis brach. Zumindest bis ihm eine Therapeutin (Julia Ormond) die Musik seiner Jugend vorspielt...

Die Handlung von Jim Kohlbergs starkem ersten Spielfilm basiert auf der Studie "Der letzte Hippie", die der britische Neurologe Dr. Oliver Sacks 1977 veröffentlicht hat. Seine Arbeit war bereits Vorlage für Perry Marshalls großartiges Drama "Zeit des Erwachens" (1990) vor dem sich Kohlbergs Debüt nicht zu verstecken braucht. Natürlich muss auch hier die Therapie gestrafft erzählt werden (tatsächlich haben Sacks und sein Patient 14 Jahre miteinander gearbeitet), trotzdem entsteht ein dichtes Porträt des Kranken und seines Umfelds. Herausragend in Ihrer Darstellung Gabriels und seines von Selbstvorwürfen innerlich zerfressenen Vaters sind Lou Taylor Pucci ("Carriers" 2009) und J.K.Simmons, bekannt durch unzählige Nebenrollen wie in "Spider-Man 1-3" (2002/07) oder "Burn After Reading" (2008).

"The Music Never Stopped" packt ein sehr ernstes Thema in einen so interessanten, wie anrührenden Film. Mit dem Kranken entdeckt der Zuschauer die Musik der späten 60er wieder und fragt sich, warum er so lange keine Platte mehr von Gabriels Lieblingsband aufgelegt hat: The Grateful Dead bei denen die Sixties nie aufgehört haben. (8,5/10)

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