Die Geschwister Oscar und Karen unternehmen mit zwei befreundeten Pärchen einen Road-Trip nach New Orleans und machen unterwegs in dem Hinterwäldler-Kaff Fort Collins an einer Tankstelle halt, wo der merkwürdige Einheimische Chopper sie über die lokale Legende von Grimley Boutine in Kenntnis setzt, welcher - nachdem er Wahnsinnig wurde und das Fleisch seiner toten Schwester und eines Alligators verspeist hatte - sich angeblich in eine monströse Kreatur namens "Lockjaw" verwandelt hat und immer noch die Gegend unsicher machen soll. Die Teenager haben natürlich nichts besseres zu tun, als zum alten Grimley-Haus zu fahren und der Grusel-Geschichte persönlich auf den Grund zu gehen. Oscar und Karen entpuppen sich schließlich nicht nur als inzestuöses Pärchen, sondern auch als Sohn und Tochter von Chopper, der das Oberhaupt eines Kultes ist, welcher den "Lockjaw" als Gottheit verehrt und sich immer über ein paar Großstädter freut, die ihnen in die Falle gegangen sind... Dieser gefühlt 8000ste Film mit dem Titel "Creature" ist ein billiger Monster-Streifen, bei dem allenfalls erstaunlich ist, dass man im Jahr 2011 noch die Chuzpe gehabt hat, einem solchen B-Movie-Krempel, der eigentlich direkt in die nächstbeste Videothek gehört hätte, tatsächlich noch einen Start in über 1500 US-Kinos zu spendieren... wo das Ganze dann - wenig überraschend - finanziell kräftig abgeschissen hat. Wenn sich da bereits in der allerersten Szene noch vor der Titel-Einblendung 'ne Braut komplett nackig macht, in irgendeinen Tümpel steigt und die Beine abgebissen bekommt, weiß man halt schon, in welcher Sorte von Genre-Müll man gelandet ist... und in Zeiten nach "Scream" & Co noch zu versuchen, auf eine derart ironiefreie Art wie in einem alten 70s-Heuler die Teenie-Crowd für sich zu gewinnen, war da wohl von vornherein ein völlig aussichtsloses Unterfangen und zum Scheitern verurteilt gewesen. Dabei ist das alles gar nicht mal SO schlimm... okay, wirklich niemand wird die Chose mit einem guten Film verwechseln, aber zwischen all den mit beschissenen CGI-Effekten vollgestopften Syfy-Fernsehfilmchen-der-Woche wirkt "Creature - Die Legende vom Monster aus dem Sumpf" mit seinem Oldschool-Approach inklusive praktischer F/X-Arbeit und einem altmodischen Monster-Kostüm (in dem übrigens Daniel Bernhardt steckt!) für ältere Semester doch fast schon wieder richtig charmant. Leider vergibt sich Regisseur und Co-Autor Fred Andrews die Chance auf 'ne harmlos-unterhaltsame Blut-und-Titten-Sause durch den merkwürdigen Inzest-Angle der Geschichte, die ziemlich schwachsinnigen Details rund um den Background des "Lockjaw" und viel langweiliges Rumgerenne im Sumpf, das da in der zweiten Hälfte die Zeit totschlagen soll, während die Inszenierung selbst doch eher an alte Don Dohler- oder Bill Rebane-Zeiten gemahnt ("Rana" und der "Galaxy Invader" lassen grüßen!). Ach ja: Pruitt Taylor Vince und Horror-Opa Sid Haig tummeln sich als Hinterwäldler in Nebenrollen und werten die Cast-Liste ein wenig auf, machen den Stuss aber auch nicht wirklich sehenswert...
4/10