Inhalt (englisch synchronisierte Fassung):
China nach der bürgerlichen Revolution. Der Landarbeiter Tai Yu-Lin (Jason Pai Piao) ist fleißig, leistet harte Arbeit auf dem Feld, und ist ein hervorragender KungFu-Fighter.
Er strebt nach Reichtum, und der aus den Philippinen zu einem Besuch zurückkehrende Shu (Lau Hok-Nin), der es zu Wohlstand auf der Inselgruppe gebracht hat, ist ihm ein Vorbild.
Auch Tai Yu-Lin zieht es somit auf die Philippinen, doch aller Anfang dort ist schwer.
Tai muss sich erst zurechtfinden, der unterbelichtet wirkende Taschendieb Siao Mao (Chan Lau) wird ihm zum Gefährten.
Tai Yu-Lin heuert als Dockarbeiter an, um Schiffe zu be- und entladen, eine schwere Arbeit. Diese Arbeit wird von Schlägern überwacht, die Chi Fu-Shi (Thompson Kao Kang) unterstehen. Nicht nur um die Dockarbeiter zu schützen, sondern um jeden Fehler der Arbeiter brutal zu bestrafen.
Immer wieder machen ein farbiger Fighter (Ron van Clief) und ein philippinischer Kämpfer (George Estregan) Ärger, es kommt zu etlichen Kämpfen.
Tai Yu-Lin zeichnet sich durch sein KungFu ein ums andere Mal aus. Und Chi Fu-Shi sowie dessen Boss (Subas Herrero) wollen ihn zu einem ihrer Schläger machen. Tai Yu-Lin willigt ein, und unterzeichnet einen entsprechenden Arbeitsvertrag.
Doch Tai Yu-Lin kommt nunmehr dahinter, dass nicht nur Tabak auf die Schiffe kommt, sondern auch Opium. Das Unternehmen ist somit eine Bande von Verbrechern, die Rauschgift schmuggelt.
Tai Yu-Lin und der farbige Fighter sowie der philippinische Kämpfer tun sich nunmehr zusammen, um die Gangster unschädlich zu machen.
Es kommt zu etlichen Kämpfen, die Verbrecher haben sich mit neuen Fightern verstärkt, und auch Shu taucht wieder auf, der für die Gangster arbeitete und dies auch weiterhin tut.
Als Siao Mao brutal getötet wird, und Tai Yu-Lins bildschöne Freundin (Chan Pau-Ling) von Shu vergewaltigt wird, ist das Maß endgültig voll.
Es kommt zum Show-Down mit allen Verbrechern, und zwischen Tai Yu-Lin und Shu zum sehr hart geführten Duell...!
Kritik:
"Tough Guy", der im Deutschen einen Bruceploitation-Titel erhielt, aber natürlich sowohl in der englischen wie wohl in der originären Fassung überhaupt nichts mit Bruce Lee zu tun hat, entstand im Jahre 1974 unter der Regie von "Tony" Lou Chun-Ku für die Studios von "Yangtze Productions Ltd." und einer philippinischen Filmgesellschaft.
Zunächst baut sich die Story dieses Streifens, die rückblickend natürlich ziemlich einfach ist, sehr langsam auf. Die einen werden sagen "behutsam-subtil", die anderen werden den Aufbau der Storyline indes eher als "langweilig-langatmig" bezeichen.
Nun, die Wahrheit liegt einmal mehr eher irgendwie dazwischen. Die Geschichte um einen Fighter ala "Bruce Lee in "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li")" ist in der Tat eher subtil-behutsam aufgebaut. Was für einen Film dieser Gattung natürlich eher ungewöhnlich, aber eben auch mal was anderes ist. Die eine oder andere etwas langatmige Länge im Aufbau dieser Geschichte bleibt denn allerdings nicht aus.
Hinzu kommt ein etwas steriler Look, die Atmosphäre eines B-Eastern lässt sich nicht leugnen, es ist natürlich eine ziemlich kostengünstig wirkende Produktion.
Doch man bleibt am Ball, die Dinge entwickeln sich, die Geschichte nimmt denn etwas an Fahrt auf, und "Tough Guy" wird dann zum durchaus spannenden und knallharten KungFu-Actioner.
Die Dramatik zieht an, und jede Menge KungFu-Fightaction mit einem finalen Full-Power-Endkampf versöhnt dann den Betrachter, den eingefleischten Eastern-Fan.
Es erinnert denn mehr als etwas an den Bruce Lee-Klassiker "The Big Boss" ("Die Todesfaust des Cheng Li", siehe mein Review auf dieser Webseite"). Da entdeckte auch Bruce Lee, dass er für Drogen-Gangster arbeitete, so wie hier Jason Pai Piao. Bei Bruce Lee die Eisfabrik, hier dient ein Be- und Entlade-Unternehmen für Schiffsladungen als Tarnung.
Und schon kann man daraus eine Story stricken, die nicht ohne Längen auskommt. Aber wenn denn alles in eisenharte KungFu-Fights noch schlüssig mündet, rockt die Action wieder alles raus.
So ist das auch hier.
Jason Pai Piao ist dieser Fighter, der mal wieder letztlich einsame, harte Kämpfer ala Bruce Lee. Er spielt das routiniert und überzeugend, und ist ein starker KungFu-Fighter. Grandios-cineastische Darstellungen erwartet man ja eh nicht bei einem B-Eastern, Jason Pai Piao ist ein kompetenter Mime und Fighter, ein Sympathie-Träger in all seinen Rollen wenn er den Guten verkörpert, so auch hier.
Lau Hok-Nin ist sein Kontrahent und der Villain in diesem Film. Schmierig-arrogant, so stellt er seinen Reichtum zur Schau, mit goldener Zigaretten-Verlängerung und noblem Anzug. In Wahrheit ein Handlanger eines Gangster-Syndikats, ...und ein wahrer Kotzbrocken.
Das stellt Lau ebenfalls überzeugend und solide dar, was in einem Actioner -der dieser Streifen ja noch im weiteren Verlauf ist und wird- ausreicht.
Thompson Kao Kang ist ein weiterer Villain, der seine Rolle lässig-cool runterspult.
Er ist eh mehr Fighter als Darsteller, und das trifft hier insbesondere auf Ron van Clief und George Estregan zu, die hier nur für Prügel-Szenen eingesetzt sind. Sie stehen Jason tapfer fightend zur Seite.
Chan Lau als unterbelichtet wirkender Taschendieb ist hier noch der Sidekick von Pai Piao, der aber auch eine ziemlich überraschende Fight-Performance zum Ende hin bietet. Die weibliche Rolle, natürlich in diesem maskulin dominierten Eastern weniger gehaltvoll wenngleich die Dramatik und das Rache-Motiv des Helden ausprägend, besetzt die sehr attraktive Chan Pau-Ling, die anderen Darsteller weitgehend Philippinen, auch der klischeehaft dicklich-eklige Boss der Gangster, Subas Herrero.
"Tough Guy" entwickelt sich nach langsam-gemächlichem Beginn noch zum knallharten KungFu-Fightactioner. Klassische Techniken, reell-realistisch und korrekt ausgeführte Choreographien, das Finale ist Fight-Action total und zum Abschluss das obligatorische, eisenharte Duell des Helden gegen den Erzrivalen.
Das rundet die Sache ab.
"Tough Guy", ein letztlich routinierter und den Eastern-Fan gängig unterhaltender, zum Ende hin harter KungFu-Actioner, nicht mehr, nicht weniger.
6/10.