Es ist dürftiges Ausgangsmaterial, wenn lediglich zwei Figuren an einem Kammerspiel beteiligt sind, welches darüber hinaus zahlreiche Einstellungen wiederholt, da man sich inmitten einer Zeitschleife befindet. Immerhin: Nach jedem neuen Erwachen will man letztlich doch wissen, wer auf welche Weise stirbt.
Camilla (Andrea Montenegro) erwacht im Bett von Dario (Luis Fernando Bohórquez) und kann sich nicht mehr so recht an die Vorgänge des vergangenen Abends erinnern. Als Dario sie unvermittelt tötet, erwacht Camilla am nächsten Morgen erneut in seinem Bett, - mit den gesammelten Informationen vom Vortag...
...wodurch die Abläufe natürlich leicht variieren, doch die erste Einstellung bleibt stets gleich: Beide nackt unter einem dünnen Bettlaken, er leicht auf ihr liegend, sie den Kopf zur Seite gedreht, er frontal im Kissen verharrend. Camillas Amnesie wird nicht näher thematisiert, doch ihr Verhalten muss eher untypisch gewesen sein, da sie sonst nicht trinkt und noch nie einen One-Night-Stand hatte. Über Dario erfährt man indes nur Bruchstückhaftes, welches von Durchgang zu Durchgang um vage Informationen erweitert wird, bis Camilla aufgrund eines Fotos und eines eindeutigen Fundes entsprechende Rückschlüsse zieht.
So ist es zwar halbwegs spannend, eine stetig aufklärende Entwicklung zu erleben und Camilla beizuwohnen, wie sie Fehler vom vorherigen Verhalten zu korrigieren versucht, doch die stets gleichen Abläufe ermüden auf Dauer dennoch merklich, zumal einige Einstellungen mit der Zeit hätten ausgeklammert werden können. Inszenatorisch aufs Wesentliche begrenzt, fällt eine Sounduntermalung beinahe weg, kleinere Bildverfremdungen zeugen kaum von Kreativität und auch die Kamera variiert nicht sonderlich.
Immerhin performen beide Mimen recht ordentlich, was ansonsten katastrophale Folgen gehabt hätte. Glücklicherweise ist mehr sie als er nackt zu sehen, während die wenigen Gewalteinlagen kaum der Rede wert sind. Vom Kehlenschnitt bis hin zu Messerstichen sehen die Effekte passabel aus und auch an der Synchro ist nichts auszusetzen.
Dennoch ist das spärliche Stück von Film nicht gerade der Bringer, um sich auf abwechslungsreiche Art unterhalten zu lassen. Denn zwei Personen in einer halbdunklen Wohnung, bei denen es lediglich herauszufinden gilt, wer am Ende womöglich die Todesschleife durchbrechen kann, entpuppt sich als eher fade Geschichte ohne überraschende Pointe. Ein wenig Arthouse, ein wenig Exploitation, aber beides nicht so vehement, um am Ende auf irgendeiner Ebene überzeugen zu können.
4 von 10