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Die Wissenschaft sagt, dass der Mensch nur ungefähr 20% seines Denkvermögens tatsächlich nutzt. Der Rest liegt praktisch brach, ist sozusagen totes Kapital jedes einzelnen. Was aber wäre, wenn es gelänge diese 80% zu aktivieren?

Genau dies ist die Grundidee von Neil Burgers Film „Limitless“, der uns anhand von Eddie Morra (Bradley Cooper) aufzeigt was sein könnte, wenn...

Eddie ist Schriftsteller und soll eigentlich ein Buch fertigstellen, dessen Vorschusszahlungen vom Verlag er längst auf den Kopf gehauen hat. Dummerweise schlägt er sich neben diversen anderen Problemen auch mit einer Schreibblockade herum. Als ihn seine Freundin Lindy (Abbie Cornish) verlässt scheint gar nichts mehr zu gehen.

Während er in Gedanken die Straße hinunterläuft trifft er auf seinen Ex-Schwager. Als der von Eddies Lage erfährt bietet er ihm eine neue Tablette an, die seine Gehirntätigkeit steigern soll. Alles natürlich ganz harmlos, keine Drogen. Das Medikament steht praktisch kurz vor der offiziellen Zulassung usw. usw.

Verzweifelt wie Eddie ist, nimmt er die Pille natürlich ein und tatsächlich plötzlich entwickelt er einen ungeahnten Scharfsinn, der ihm nicht nur die Frau seines Vermieters in Bett bringt, sondern gleich auch noch die Schreibblockade löst. An nächsten Tag jedoch ist es auch schon vorbei mit der Herrlichkeit und er sucht seinen Schwager auf um noch ein paar Pillen zu ergattern. Leider ist dieser aber tot und Eddie versteht endlich, dass sein Schwager ein Dealer war. Bevor die Polizei am Tatort auftaucht kann Eddie gerade noch einen Beutel mit den „Wunder-Pillen“ an sich bringen um danach sein Leben endlich in die Erfolgsspur zu lenken.

Eigentlich wäre Eddies neues Leben perfekt, doch urplötzlich stellen sich Nebenwirkungen der Droge in Form von Filmrissen ein, die ihn schließlich zum Mordverdächtigen machen. Dazu gesellt sich ein mysteriöser fremder Verfolger, der es offensichtlich auf die Tabletten abgesehen hat und sein russischer Kredithai kommt plötzlich auch noch auf den Geschmack und fordert von Eddie Nachschub der Wunderdroge...

Mehr zum weiteren Verlauf der Story wird an dieser Stelle nicht verraten, aber ich finde, dass „Limitless“ durchaus unterhaltsam und sehenswert geworden ist. Gründe dafür gibt es verschiedene, wobei ich die Handlung für einen der wichtigsten halte.

Basierend auf dem Buch von Alan Glynn hat es Drehbuchautor Leslie Dixon geschafft einen handlungsmäßigen alten Hut mittels hinzufügens einer einzigen neuen Feder aufzuwerten und erfolgreich zu verkaufen.

Damit meine ich, dass das Basiselement der Story natürlich eine typische Suchtkarriere ist. Angefangen mit der unsicheren Lebenssituation, dem durch die Droge verabreichten guten Gefühl, dass natürlich nach mehr fordert, den Nebenwirkungen, Entzugserscheinungen usw.. Wäre dies ohne die Feder, also die rettende neue Idee, verfilmt worden, dann hätten wir wohl „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo Teil 2“ mit Bradley Cooper als Christiane F. zu sehen bekommen.

Glücklicherweise entwickelte wohl Buchautor Glynn die Idee, diese Suchtproblematik sehr geschickt mit dem Sci-Fi-Element der Erweiterung der Denkfähigkeit und einigen Thriller-Elementen zu vermischen. Dadurch entstand sozusagen etwas Neues. Nicht ganz neu, aber neu genug um interessant und unterhaltsam zu sein.

„Limitless“ ist deswegen beileibe nicht perfekt, die Story hat auch ihre kleineren Durchhänger und auch Logiklöcher (die einbruchssichere Wohnung z.B.). Dennoch überwiegt der positive Eindruck, da der Film ein ordentliches Erzähltempo aufweisen kann, nie langweilig wird und auch noch mit einem nicht zu erwartenden Ende aufwarten kann.

Getragen wird das Ganze natürlich vor allem vom Hauptdarsteller Bradley Cooper, der seine Sache wirklich gut macht und die verschiedenen Wandlungen seines Charakters glaubhaft transportieren kann. Sei es als niedergeschlagener Autor, als unter Drogen stehendem Genie oder auch als von Entzugserscheinungen gebeuteltem Junkie. Ihm zur Seite steht vor allem Abbie Cornish, die ihre Rolle als Lindy ohne Fehl und Tadel, aber auch ohne jedweden Erinnerungswert spielt.

Interessanter wäre vielleicht noch das Mitwirken von Robert DeNiro, der Carl Van Loon spielt, einen Geldhai, der sich Eddies Talente zunutze machen will. Wie es das Schicksal aber will, liefert DeNiro zwar eine solide Leistung ab, die bedingt durch das Script aber keinerlei Raum lässt als Darsteller besonders zu glänzen.

Fazit: „Limitless“ wartet mit einer guten, weil nicht ganz ausgelutschten, Handlung auf, die über die gesamte Spielzeit gut unterhält, für Spannung sorgt und sogar mit etwas Action aufwartet. Bis dato einer der besseren Filme dieses Jahres.

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