Ohne Limit (2011)
Neulich habe ich mir mit meiner Frau wieder mal einen gemütlichen Film Abend gemacht und folgendes Luxusproblem galt es vorher zu lösen: Die Auswahl der noch nicht gesehenen Filme war einfach zu groß. Das macht die Entscheidung noch schwerer und gewisse Vorlieben und Launen galt es ja auch zu treffen. Was ich sehen wollte ist nix für meine Frau und natürlich umgekehrt. Also wählten wir einen Film von dem wir beide Null Ahnung hatten um was es geht. Unsere Wahl oder eher der Zufall fiel auf "Ohne Limit". Ich vermutete einen Action bzw. Agenten Film - aber weit gefehlt. "Ohne Limit" ist schlussendlich ein Drogentrip, ihn als Drama zu bezeichnen finde ich übertrieben. Mein Fazit zu Neil Burgers (The Illusionist) neuestem Werk: überraschend geiler Drogentrip der anderen Art.
Eddie Morra (Bradley Cooper) ist ein Schriftsteller ohne Antrieb und Ideen, aber dafür mit mächtig Zeitdruck wegen des anstehenden Abgabetermins für sein Buch. Eddie ist kurz davor finanziell und gesellschaftlich abzusacken, bis er einen Verwandten trifft, der dealt. Dieser gibt ihm eine Pille die angeblich medizinisch unbedenklich ist und die volle Leistungsfähigkeit des Gehirnes entfaltet. Nachdem Eddie das Teil geschluckt hat, ist nichts mehr so wie es einmal war. Mehr verrate ich nicht - nur soviel ich war überrascht in welche Richtung es geht.
Der Film brauch gar keine großartige Handlung und ist nicht mal unbedingt spannend und trotzdem ist man voll dabei. Hat man die ersten paar Minuten bis zum ersten Einsatz der Pille hinter sich gebracht, wird man großzügig belohnt. Ich war von der Idee der Droge und dem was Eddie daraus macht extrem begeistert. "Ohne Limit" ist absolut kein schmutziger Drogen Film wie z.B. "Trainspotting", nein etwas ganz anderes, für mich noch nie da gewesenes.
Bradley Cooper (Hangover 1&2, "Face" aus A-Team) spielt die Rolle verdammt gut und glaubhaft. Abbie Cornish (Sucker Punch) und Robert De Niro sind nette Nebendarsteller, wobei ganz klar Bradley Cooper das Geschehen dominiert und alle um ihn herum zur Nebensache verkommen.
Inszenatorisch gefallen haben mir auch die langen Kamerafahrten durch die Stadt - da wird einem fast schlecht dabei. Im Film wechselt manchmal die Intensität der Farben was auch hervorragend passt.
Das große Plus an "OL" ist vor allem die Idee an sich und Bradley Cooper der das Ganze hervorragend bewerkstelligt. Seine Figur ist trotz seiner Handlungen sympathisch, denn ich vermute mal fast jeder von uns würde so vorgehen. Zur Höchstwertung reicht es nicht ganz: das Ende kam mir ein wenig zu hastig daher und einige Fragen (tote Frau) werden nicht wirklich geklärt. Ob das wirklich so gewollt ist, bin ich mir nicht so sicher.
"Ohne Limit" ist überraschend und mal was ganz anderes und innovatives. Eine interessante Idee sehr unterhaltsam umgesetzt. Funktioniert sicher nur beim ersten Sehen optimal - aber dann richtig.
Diese Pille wirkt definitiv anders als die bei "Hangover"
8/10