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Packendes oder auch nur interessantes Thrillerkino geht anders...

Es beginnt mit einer malerischen Szene im Schnee, ein Mann liegt dort in seinem Blut. Kein schlechter Anfang und auf französische Thriller konnte man sich fast immer in den letzten Jahren verlassen. Aber das Versprechen dieser anfänglichen starken Stimmung löst sich leider im weiteren Verlauf immer mehr im Fahrwasser des fahrigen und nicht konsequenten Drehbuchs und der generellen Richtungslosigkeit und der stilistischen Inkonsequenz von WHITE AS SNOW - WIE WEIT WÜRDEST DU GEHEN auf.

Die Unruhe steigt auch noch nicht gleich bei den ersten Szenen, das übliche Vorgeplänkel denkt man. Aber die Geschichte von Maxime, dem Luxusautohändler und seinem Partner Simon die mit Mafiosos zusammenstoßen, will leider nicht richtig zünden und man ertappt sich ständig dabei mit den Gedanken abzuschweifen und dann erst wieder zum Film zurückzufinden. WHITE AS SNOW versteht es nicht den Zuschauer zu fesseln, emotional zu begeistern oder auch nur für die Geschichte zu interessieren.

Und so läuft die Handlung ihren Weg und ständig passiert etwas, aber nie wirklich etwas entscheidendes, es wirkt zusammenhanglos, zusammengeschustert am Grünen Tisch und fesselndes Kino geht anders. Dazu kommen auch Logikprobleme und es herrscht eine sehr konservative Kameraführung, die alles nur platt abfilmt statt Stimmungen zu schaffen oder zu irritieren. Unter dem Drehbuch und den oben genannten Faktoren leiden auch die Ausstrahlung und Performance der durchaus fähigen Schauspieler. Allen voran François Cluzet als Maxime, der in ZIEMLICH BESTE FREUNDE die Rolle des Philippe im Rollstuhl spielte.

Er wirkt stets gehetzt und nicht wirklich bei der Sache. Die über Nacht stattgefundene Wandlung vom biederen Geschäftsmann und seine daraus resultierenden wilde Action in Bezug auf die Gangster nimmt man ihm nicht ab. Desweiteren sei noch der belgische Schauspieler mit dem einmaligen französischen Namen Olivier Gourmet zu nennen, der Grégoire verkörpert und zuletzt in DER AUFSTEIGER sehr überzeugt hatte. WHITE AS SNOW wurde schon 2010 produziert und erscheint erst jetzt bei uns.

Es fehlt dem Film die gewisse Fokussierung und manche ernste Szene wirkt dadurch sogar ungewollt komödiantisch und dann schlägt wieder die Spirale der Belanglosigkeiten und des daraus resultierenden Desinteresses an WHITE AS SNOW zu. Daran kann nicht die attraktive Louise Bourgoin als Michele oder das permanente BMW Product Placement nichts ändern. Regisseur Christophe Blanc's andere beiden Langfilme, die mehr als 10 Jahre zurückliegen, kenne ich nicht. Eine Empfehlung kann ich für WHITE AS SNOW wirklich nicht aussprechen.

5/10 Jaguars....äh,....Punkten

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