MEAT - LUST AUF FLEISCH versucht sich an einem surreal angereicherten Szenario in der relativ ausgelutschten Analogie von Mensch-Fleisch-Tier und der damit einhergehenden Fleischeslust und animalischer Triebe, aber bedient sich letztlich in seinen Bildern nur abgewetzter sexistischer Altherren-Phantasien. Er will in gewisser Weise erotisch sein, ist aber so kühl wie das Schlachthaus in dem der Sex stattfindet. Das ganze ist dann noch von einem rohen Soundtrack durchsetzt der die in jeder Hinsicht fehlende explizite Härte noch unterstreichen soll, aber letztlich eher die Inhaltslosigkeit unterstreicht.
Die spärliche Story (OHNE SPOILER!) hier wie folgt: Um das miserable Dasein seiner Arbeit und privaten Situation zu vergessen, flüchtet sich ein Metzger in eine bizarre sexuelle Fantasiewelt. Objekt seiner Begierde ist seine junge Aushilfe, mit der er sich nach Ladenschluss im Kühlhaus vergnügt. In der heruntergekommenen Metzgerei gehen aber noch andere Dinge vor.....das ganze ist tatsächlich in einige schöne surreale farbige Bilder und Aufnahmen gekleidet, ist aber mehr "Style als Substance". Die wenigen Schauspieler agieren in ihren Rollen jedoch intensiv und überzeugend.
MEAT will schocken und aufrütteln, aber er tut es weder mit der Story noch den Bildern und hinterlässt eher Leere und Verwirrung. Der Film überschreitet trotz seiner sehr offensiven Vermarktung in Beschreibung und Cover die Grenze zum sexuell Expliziten auch nicht nur annähernd, aber auch dieser in den letzten Jahren gern eingesetzte "Tabubruch" in nicht-pornografischen Filmen würde ihm keinen Mehrwert bescheren. Der einzige (Schock-)Effekt den der Film haben könnte ist auf angehende Vegetarier aufgrund des extensiven Umgangs mit dem Fleisch. Deswegen kann ich dem Film leider nur
4/10 Steaks...äh,...Punkten zugestehen.