Review

EVA macht mich ausnahmsweise mal ganz gespalten. Einerseits ist die Geschichte absolut aktuell, es gibt starke Bilder und die Darsteller um Daniel Brühl sind mehr als Nebencharaktere und können alle dem Film ihren Stempel aufdrücken. Dies sind alles eigentlich gute Faktoren für einen Science-Fiction Film, zumal noch aus Europa, wo es ja nicht viel aktuelle bzw. hochwertige Konkurrenz gibt. Andererseits wirkt das ganz technische Brimborium oft nur als Anlockmittel zum Aufpeppen eines typisch deutschen Familendramas.

Wobei eine Menge Bilder schon recht hypnotisch gelungen sind und hier und da sich tatsächlich die indirekten Gruselhärchen ein wenig aufstellten. EVA braucht nicht viel Schnickschnack, der wirkliche Suspense lag in den Augen der diversen Darsteller die wirklich überzeugend agieren. Es geht um die spannenden Fragen nach realen Emotionen und Moral und wie wir damit in Bezug auf künstliche Intelligenz umgehen würden. Und um das Thema der erweiterten Schöpfung und wie unser Wertesystem dafür passt oder eben nicht.

Spannender als “was macht einen Menschen bzw. seine Persönlichkeit aus“ kann eine Geschichte kaum angelegt werden. Aber diese guten Faktoren werden leider durch zwei vorhersehbare Wendungen und der überschaubaren Story recht platt gemacht und es bleibt am Ende der Eindruck, eines durch aktuelle Genre-Themen und gute Effekte aufgepeppten TV-Dramas für ein ebensolches Publikum ohne große Erwartungen und Science-Fiction Hintergrund bzw. Allüren. Da ändern für mich auch nicht die vielen (spanischen) Filmpreise daran.

5,5/10 Punkten

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