6
Ein Herz für den deutschen Amateurfilm braucht man hier schon! Die Ideen zu diesem Episodenfilm haben eine Skala von "1000mal gesehen" bis "boah, kostengünstig und cool". Entsprechend sind die Episoden von unterschiedlicher Art und Qualität. Optisch wird viel experimentiert und auch von anderen abgeschaut. Dies stört den Unterhaltungswert nur geringfügig. Die Bilder kommen für Amateurverhältnisse gut. Die Tricks sind nicht immer ausgegoren, aber immer unterhaltsam. Das 18er-Rating in der Uncut-Version ist zurecht, da es hier ordentlich zur Sache geht, wenn auch gelegentlich comichaft übertrieben. Punktabzug gibt es für die lieblose Nachvertonung mancher Passagen und die Soundübersteuerung.
7
Eine bunte und kurzweilige Mischung. Dass die von der Stimmung her sehr unterschiedlichen Geschichten sich nicht zu einer noch stringenteren Einheit verbinden, liegt wohl daran, dass einige von ihnen (z.B. HUNT) ursprünglich als völlig eigenständige Werke existierten und erst anschließend für diesen Omnibusfilm mit einer notdürftigen Rahmenhandlung als Klammer miteinander kombiniert wurden. Das tut dem Sehvergnügen aber keinen Abbruch. Die Episode mit dem Titel "Black Horizon" etwa passt so gar nicht zum Rest der Anthologie, doch man möchte sie auf keinen Fall missen, da sie sich als der tricktechnische Höhepunkt unter den Erzählungen erweist, mag sie auch noch so sehr mit Biegen und Brechen ins übrige Geschehen integriert sein. Eines steht jedenfalls fest: Hagen, Flügger und Wissmann sind ein höchst kompetentes Trio, das die deutsche Independentszene von hinten aufrollen könnte.