Und weiter wühlt man sich durch das B-Action-Allerlei, um nicht gerade überrascht festzustellen, dass auch "Blood Out" mehr zum Bodensatz zählt. Der Markt ist gnadenlos überhäuft, was es schwer macht diverse Perlen herauszufiltern. Jedoch vermag der ordentliche Cast schon zu locken, denn mit Luke Goss (Death Race 2, Tekken), Vinnie Jones (Midnight Meat Train, Die Todeskandidaten), Val Kilmer (Der Geist und die Dunkelheit, The Saint) und Curtis "50 Cent" Jackson (13, Streets of Blood) ist jede Menge B-Prominenz an Bord.
David (Ryan Donowho), der kleine Bruder des Polizisten Michael Savion (Luke Goss) wurde bestialisch ermordet, weil er aus der Bandenszene aussteigen wollte. Als der korrupte Detective Hardwick (50 Cent) die Ermittlungen einstellt, kündigt Michael seinen Job und schleußt sich undercover in die Bande um Elias (Tamer Hassan) und Zed (Vinnie Jones) ein. Dort mausert er sich zum Ehrenmitglied und kommt damit bald dem FBI in die Quere, welche auch jemanden undercover eingeschleußt haben. Schließlich soll Michael sogar im Zweikampf gegen den besten Mann des Bandenchefs Arturo (Val Kilmer) antreten und auch seine Tarnung droht aufzufliegen.
Das altbekannte Potpourri gut gewürzt mit Bergen von Klischees. Zu Recht fragt man sich, wie oft diese gängige Undercoverstory wohl noch verfilmt wird. "Blood Out" ist vom Anfang bis zum Ende leicht durchschaubar, Regisseur und Drehbuchautor Jason Hewitt gibt sich nicht mal die Mühe seine platte Geschichte mit neuen Elementen aufzupeppen. Das geht zu Lasten der Spannung, die sich nach dem Ritualmord an David gleich ganz verzieht. Auch entpuppt sich Hewitt als Stümper, die oft falsch positionierte Kamera versucht man mit diversen Stilmitteln und hektischen Schnitten zu kaschieren. An der monotonen Kulisse hat man sich schnell satt gesehen, denn hauptsächlich treibt man sich in irgendwelchen Barracken, Fabriken oder sonstigen heruntergekommenen Gegenden herum. Doch noch viel schlimmer sind die platten Figuren, besonders Michael der sich mal geschwind vom aufrechten Polizisten in einen tättowierten und dauerrauchenden Schläger verwandelt. Und um in die Bande von Elias aufgenommen zu werden, muss man natürlich erst ein paar gegnerische Gangmitglieder verdreschen. Dies meistert Michael eindrucksvoll und schon findet er sich in einer Welt wieder, wo jeden Abend ordentlich gesoffen und die Nasen gepudert werden, als Extra obendrauf kommt noch eine Portion Sadomaso.
Und wenn sich gerade die Domina als FBI-Agentin heraus kristallisiert, ist das schon unfreiwillig komisch. Um dennoch Michaels guten Charakter zu festigen, muss er noch einem schwangeren Mädchen helfen, welches mit David zusammen war. Jedoch würden viel mehr die Geschäfte der Gang interessieren, denn mit was hier die große Kohle verdient wird muss man sich selbst zusammenreihmen. Ganz kurios ist auch die Figur des Detective Hardwick, der seinen eigentlichen Kollegen Michael nur aufgrund einer Beleidigung zusammenschlägt und schließlich noch mit einem Elektroschocker foltert. Auch eine derbe und unglaubwürdige Zurschaustellung amerikanischer Polizeibrutalität. Mit ein paar Actionszenen versucht uns Hewitt schließlich bei Laune zu halten, doch auch hier kommt "Blood Out" nicht gut weg. Geschossen wird nur wenig, stattdessen setzt es Kloppe, leider oft ohne jegliche Choreographie. Auch hat Goss keinerlei Martial-Arts Kenntnisse, was die Sache nicht besser macht.
Dennoch verkörpert er seine Rolle zumindest glaubwürdig, während Val Kilmer, 50 Cent und Vinnie Jones auf ganzer Linie enttäuschen. Ihre Screentime ist nicht nur stark begrenzt, sondern auch ihre Rollen spulen alle drei lustlos runter.
"Blood Out" ist nicht nur schlecht inszeniert, sondern auch vorhersehbar, gespickt mit lustlosen Darstellern. Von Spannung kann hier nicht die Rede sein, obwohl es in regelmäßigen Abständen auf die Moppe gibt. Aber selbst die Actionszenen lassen jegliche Schauwerte vermissen und so kann man Hewitts Regiedebüt unter "Einmal und nie wieder" abhaken.