Ein hohes Maisfeld, eine verlassene Farm und lebendige und äußerst agile Vogelscheuchen sind die wesentlichen Zutaten dieses Slashers, der nach der „Scarecrow“ - Reihe oder auch „Messengers 2“ junge Leute durchs Feld hetzen lässt.
Die fünf Freunde um Scott und Brian stranden auf einer abgelegenen Straße nahe eines Maisfeldes, nachdem Leichenteile von Krähen auf der Windschutzscheibe landeten.
Man bewegt sich zu einem nahe gelegenen Haus, welches seit geraumer Zeit unbewohnt scheint, doch dann erscheint einer der Freunde wie zombiefiziert im Obergeschoß und setzt sich mit starrem Blick an die Nähmaschine…
Regisseur Brett Simmons, der auch die Geschichte verfasste, hält sich nicht lange mit dem Vorgeplänkel auf und kommt nach wenigen Minuten zur Sache. Die Phase reicht zwar nicht für ordentliche Figurenzeichnungen aus, doch dafür gelingt es binnen kurzer Zeit, eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, die aus dem stimmungsvollen Setting des gut eingefangenen Maisfeldes resultiert. Hier eine Gestalt, dort ein Huschen, dann der Fund eines alten Autos und nicht zuletzt das leerstehende Farmhaus mit seinem staubigen Inventar, alten Familienfotos und der alten Nähmaschine.
Zunächst ist nicht ersichtlich, warum jemand wie in Trance und mit Nägeln in den Fingern an der Nähmaschine sitzt, doch im Verlauf erklären einige Flashbacks den Hintergrund des Farmers und seinen beiden Söhnen, womit auch das Geheimnis der lebendigen Vogelscheuchen aufgeklärt wird.
Bis dahin gibt es kaum eine Verschnaufpause, denn jemand flieht über das Vordach, ein anderer wird mit einem Seil eingefangen und landet kopfüber am Holzkreuz im Feld, ein Auto muss kurzgeschlossen werden und am Ende versuchen die letzten Überlebenden die Straße zu erreichen.
Inszenatorisch fällt vor allem die variable Kamera positiv auf, die bei Verfolgungen durchs Feld effektive Einstellungen liefert und im Zusammenspiel mit dem gekonnten Schnitt ein paar gelungene Schockmomente liefert. Auch die Einbindung der Flashbacks äußert sich positiv, da eine Figur als stiller Beobachter an der Szenerie teilnimmt, was mit recht weichen Übergängen souverän gelöst wurde.
Selbst die Darsteller erledigen ihren Dienst passabel, zumindest sind keine Ausfälle zu vermelden.
Zu bemängeln ist am Ende eigentlich nur die zu schlicht gestrickte Story, einschließlich des Hintergrundes der Vogelscheuchen und am Rande vielleicht, dass der Spannungsbogen nicht kontinuierlich aufrecht erhalten wird, denn trotz der atmosphärischen Bilder wiederholen sich die Situationen zusehends.
Ansonsten bietet „Husk“ einen brauchbaren und kurzweiligen Slasher mit nicht allzu viel Blutvergießen, einem recht hohen Tempo und ebenso blitzschnellen Vogelscheuchen, die im Maisfeld die Nägel ausfahren…
6,5 von 10