Dies ist der erste Troma-Film, den ich jemals gesehen habe und ich bin mir nicht sicher, ob ich davon noch mehr sehen will. Nachdem ich in der OFDB schon von dem legendenumrankten „Toxic Avenger“ und seiner “Qualität“ gehört habe, habe ich doch ernsthafte Bedenken, was die Klasse von jeglichen Troma-Filmen angeht. Denn auch bei „Combat Shock“ weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll.
Die Story ist einigermaßen anspruchsvoll, wenn auch wenig originell: Ein traumatisierter Vietnam-Veteran (Ricky Giovinazzo, auch Komponist des Films) findet sich in der Gesellschaft nicht zurecht, verarmt und droht mit seiner schwangeren Frau und seinem (voll schlecht animierten) missgebildeten Baby auf die Strasse gesetzt zu werden. Also begibt er sich auf die Suche nach Arbeit, findet aber nur Elend und kommt über die eigene traumatische Erinnerung nicht hinweg…
Es hätte ein realitätsnahes, intensives und anspruchsvolles Sozialdrama draus werden können, wenn der Film nicht permanent unfreiwillig komisch wäre. Einerseits die furchterregenden 80er-Jahre-Frisuren, dann die Untermalung mit schlechter Synthesizer-Musik oder andererseits die miese und teilweise lächerliche Kostümierung der Darsteller. Geschliffene oder auch nur ernst zu nehmende Dialoge sind eher selten, wären aber auch etwas fehl am Platz gewesen. Die Darsteller sind für einen B-Movie soweit ok, müssen sich aber auch nicht sonderlich auszeichnen. Die Story zieht sich leider wie Kaugummi und wird scheinbar in Zeitlupe erzählt, damit der Film wenigstens abendfüllende Länge erreicht. Das Beste ist noch die atmosphärische, da passende Fotografie des Films: die Kamera fängt Bilder von Graffitis, trostlose Darstellungen von leer stehenden und verdreckten Häusern und wucherndem Grünzeug ein – Bilder aus einer maroden und öden Welt.
„Combat Shock“ bleibt ein Film mit lobenswerten Ansätzen, welcher aber auch in selbigen stecken bleibt angesichts der unfreiwilligen Komik und einer zu lahmen Story. Ebenso wie der Protagonist ist auch der Film gescheitert. Ihm gelingt es nicht, sich mit seiner ernsten und wichtigen Problematik um das soziale Elend von traumatisierten Kriegs-Heimkehrern angemessen auseinander zu setzen. Der Trash hat leider obsiegt. Das Ende wird hier nicht verraten, ist aber in seiner Weise sowohl radikal und verstörend als auch passend zum rauen und aussichtslosen Grundton des Films. Die Sozial- und Gesellschaftskritik kommt leider auch etwas zu kurz, der Film stimmt aber dennoch nachdenklich. Allerdings sieht ein guter Film anders aus.
Ein Wort noch zum (gekürzten) Video von IHV: Auf dem Cover befindet sich ein stark bewaffneter und durchtrainierter halbnackter Mann, welcher gegen Verbrecher antritt. Das steht fast schon im Gegensatz zum eigentlichen Film. Bis auf die etwas viertelstündige Intro und wenige Rückblenden ist nix mit Vietnam und auch nur wenig mit Geballer – Actionfans sollten also trotz des viel versprechenden Covers nicht zugreifen.