Galen, eine Kleinstadt irgendwo in den USA: Sam Cotrell (John Cassavetes) lebt nach der Scheidung mit seiner Teenager-Tochter Jenny als Leiter der Chirurgie des örtlichen Krankenhauses in der verschlafenen Stadt. Die vermeintliche Kleinstadtidylle wird jedoch empfindlich dadurch gestört, dass seit kurzer Zeit ein offensichtlich massiv gestörter, brutaler und kräftiger Vergewaltiger junge Frauen misshandelt und die meisten der Opfer die brutalen Attacken nicht überleben. Lediglich ein Mädchen hat die Attacke überlebt, aber sie ist so unter Schock, dass sie keine kohärente Aussage machen kann. Zusammen mit dem Sheriff (John Ireland) macht sich Sam auf die Spur des Täters, denn im Gegensatz zu vielen anderen ist er sich sicher, dass es sich nicht um eine Gruppe von Vergewaltigern handelt. Eine immer wichtigere Rolle bei der Suche spielt der Freund seiner Tochter, der von Albträumen geplagt wird…
John Houghs 1981 entstandener Gruselkracher kam in Deutschland nie ins Kino, lediglich auf Video kam er heraus. Da ich John Cassavetes seltsamerweise als Schauspieler noch mehr mag als als Regisseur (man mag es mir Ignoranten verzeihen), landete ich auch bei dieser bizarren kanadischen Produktion.
Der Film ist ein stellenweise spannender, extrem beklemmender Film (die Vergewaltigungsszenen sind zum Glück nur dezent angedeutet, doch sind sie schlimm genug), dem aber etwas mehr Drehbuchstraffung und bessere Schauspieler gut getan hätten. So gut Cassavetes als Schauspieler hier ist (und sein Arzt Sam Catrell ist nicht unbedingt ein Sympath), so sehr fallen die meisten Schauspieler umgekehrt ab, selbst so eine Hollywood-Ikone wie John Ireland guckt meist nur ratlos aus der Wäsche. Zudem hat das Drehbuch in der Mitte einige Hänger, so dass ich mich dabei ertappte, selbst bei einer Laufzeit von 90 Minuten gelegentlich mal auf die Uhr zu schauen.
Grandios hingegen die düstere Musik und das verstörende Thema der brutalen Vergewaltigungen ist, wie gesagt, bildlich recht zurückhaltend gestaltet, so dass sich die unangenehme Thematik „voll“ entfalten kann, auch ohne Ströme von Blut. Lediglich eine wirklich blutige Szene gibt es, aber das reicht auch, der Rest des Films ist bitter genug.
Das Ende sorgte bei mir nicht unbedingt für eine riesige Überraschung, dennoch war es recht heftig.
Ich steh auf so einen Teufelskram und bin da sicher etwas toleranter, daher insgesamt eine durchaus sehenswerte, schräge, dunkle Exzentrik aus den frühen 80ern. Hat mir z. B. wesentlich besser gefallen als „Die Braut des Satans“ mit Richard Widmark und Christopher Lee, den ich kurz zuvor gesehen hatte und einfach nur doof fand.
6,5/10