Rape 'n' Demon Revenge
"Incubus" hat viel Talent an Bord (Regisseur, Cassavetes) und eine feine Prämisse, in der ein Mann/Dämon/Monster Frauen zu Tode vergewaltigt. Viel Sex, Grauen, Gewalt, Sperma (das Lieblingswort des Films!), zumindest in unserer Fantasie, da eine recht altmodische, atmosphärische Herangehensweise an den Tag gelegt wird. Und trotz all dem ist dieser Okkult-Horror sowohl bei den Kritikern wie dem Publikum baden gegangen. Beste Voraussetzungen für eine positive Überraschung zum amerikanisierten Allerheiligen?
Ja, definitiv. Ich mag diesen dauergeilen Sexkillerdämon. Cassavetes verleiht seiner Figur ungewohnt tiefe Blicke und eine Verletzlichkeit, die Atmosphäre ist durchgängig dicht. Gerade weil extrem lange das "Jaws"-Spielchen durchgezogen wird und der Dämon nur ansatzweise gezeigt wird. Zudem ist das Finale einer der vergessenen Schocker des Genres. Das Thema der Vergewaltigung ist immer brisant und aktueller denn je, immer schockierend und etwas tabu. Das hätte durchaus billig und exploitativ werden können. Doch hier hält alles genug Klasse und Feinsinn um das Thema nicht zu billig und B-Movie werden zu lassen. Das hätte auch was gehabt und hatte ich eher erwartet, mit dem subtilen Mix bin ich aber positiv kalt erwischt worden.
Fazit: Oldschool-Grusel trifft okkulte neue Sexschule - "(The) Incubus" hat durchaus seine Momente und gehört zu den verkannteren Horrormärs seines Jahrzehnts. Wer Okkultes & Mystery mag, kann den entstauben. Inklusive Killerende!