John Huston mochte diesen, seinen eigenen Film nicht leiden und im nachhinein kann man auch verstehen, warum.
Zwar stargespickt, findet der Film nie zu einer einheitlichen Aussage, auch wenn alles darauf hinausläuft, daß man ein hübsches Mädchen nicht verdammen sollte, auch wenn rauskommt, daß es zur Hälfte Kiowa ist.
Bis dahin plätschert der Film ereignisarm von einer Familienszene zur nächsten, Burt Lancaster macht als ältester Bruder auf muskulösen Vaterersatz und Audrey Hepburn muß das unbedarfte Mädel so kindlich-infantil anlegen, daß man sich gar nicht wundert, warum sie sich einen ungeschlachten und häßlichen (wenn auch netten) Kerl aussucht. Aber da der ja eh von bösen Indianern gemeuchelt wird.
Zwischendurch reitet der durchgeknallte Joseph Wiseman immer durch Nacht und Sturm und läßt die Findelkindstory überall durchsickern, bis man ihn dann doch aufhängt und ist die Wahrheit erst mal aus dem Sack, kündigen auch sämtliche Leute unserer Family die Freundschaft und Unterstützung auf. Prompt ist da auch der junge Indianerhäuptling, der sein Schwesterlein ungeachtet der Tatsache, daß die sich als Farmerstochter herausgemacht, sofort zurück will.
Wir ahnen es schon vorweg: das endet in Angriff und Belagerung. „Denen man nicht vergibt“ qualifiziert sich damit als einer der rassistischsten Western, denn weder zahlt die Moral es den haßerfüllten Nachbarn heim, noch sind die Kiowas filmweit etwas anderes als ein mordlüsternes, zum Abschuß freigegebenes Völkchen, welches sich zuhauf wie beim Scheibenschießen wegballern läßt, weil es keine bessere Angriffstaktik kennt. Nachdem die drei Parlamentäre nach der ersten Verhandlung noch einmal bei der Farm ankommen, läßt Lancaster seinen Bruder Audie Murphy zur Warnung einen davon mal eben so erschießen. Tolle Sache! Und Schwesterlein richtet am Ende den eigenen roten Bruder fast widerstandslos, ja so ein Schicksal!
Schlechte Darstellerleistungen und ein lachhaft episodisches Drehbuch ohne Überraschungen oder handfeste Dramaturgie schlließen den Reigen ab, da kann auch Stummfilmstar Lilian Gish in der Rolle der Mutter nichts reißen, die zwar mittels bewährter Silent-Movie-Mimik jede Szene an sich reißt, den Film aber nicht retten kann.
Ein dürftiger und dummer Edel-Western, schlichtweg zum Vergessen. (2/10)