Philosophie an Muscheln
Ein luxuriöses Essen zwei mittelalter, sehr unterschiedlicher Männer, die sich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und in den letzten Jahren sogar etwas gemieden haben, gerät zu einer faszinierenden Mischung aus Therapiestunde, Philosophiepaarung, Lebensweisheiten, Kneipenplausch und Verschwörungstheorien…
Labertaschen finden zum Tiefgang
Einen Film wie „My Dinner With André“ gibt’s nur einmal in der langen Filmgeschichte. Ein total singuläres Ereignis und eine einzigartige Erfahrung. Und allein das können nur wenige Werke seit über 120 Jahren des Geschäfts von sich behaupten. Da hat Louis Malle etwas ganz Tolles geschaffen. Manch einer hasst das. Manch einer liebt das (wo ich mich eher sehe). Doch außer Frage steht, dass ein solch punktiertes Essen und ein solch kongenialer Dialog - voller Zuhören und Fantasie, voller Erfahrungen und (geistiger) Reisen - seitdem nicht mehr auch nur ansatzweise auf Zelluloid gebannt wurde. Es wurde noch nicht einmal mehr versucht - denn Malle hat es hier sehr wahrscheinlich schon bis zur faszinierenden Perfektion getrieben! Es wird ausgeholt und geschwafelt, geschlürft und angestoßen, philosophiert und gestaunt - und jeder im Publikum mit nur einem Funken an Vorstellungskraft wird famosen Dialogen lauschen und mit den beiden in Welten abtauchen, die man (dem Kopfkino und einem Sensationsdrehbuch sei Dank!) nicht zu träumen hätte gewagt…
Fazit: viele Gerede, viel dahinter… das ist das wohl interessanteste und intellektuellste Abendessen der Filmgeschichte!