Review

Dem Thema Vampirismus neue Impulse zu verleihen, ist mittlerweile verdammt schwierig, erst Recht nach "Twilight", unzähligen Umsetzungen von Bram Stokers Wälzer und zahlreichen Plagiaten in Richtung "Blade" und "From Dusk Till Dawn". Diesen Punkt erfüllt der japanische Autor und Regisseur Shunji Iwai mit seinem US-Debüt zumindest ansatzweise, doch inhaltlich kommt er leider nie so recht auf den Punkt.

Biologielehrer Simon lebt eigentlich unauffällig und zurückgezogen, kümmert sich um seine kranke Mutter, doch er ist ein Vampir der speziellen Art. In einschlägigen Internetforen sucht er sich potenzielle Suizidkandidatinnen heraus, um ihnen sanft das Blut abzuzapfen.
Fließt soweit, bis sich Simon verliebt...

Arthouse ist natürlich immer so eine Sache und diesbezüglich kann man Iwai in Sachen Grundstimmung noch nicht einmal etwas vorwerfen. Die latente Melancholie wird durch Piano und Streicher hervorragend untermalt, einige lange Kameraeinstellungen zeugen von einem guten Gespür für die entsprechenden Blickwinkel und auch die Figurenzeichnungen fallen beinahe brauchbar aus.

Inhaltlich schwelgt die Geschichte hingegen zu sehr in den Stimmungen, die Erzählung wirkt phasenweise beinahe planlos, was final ein völlig unnützer Epilog deutlich untermauert.
Um zwischenzeitlich doch ein wenig zu provozieren und gleichermaßen Querverweise zu Stoker zu liefern, taucht fast ohne jeglichen Kontext ein Internet-Renfield auf, der mal eben eine Frau kurz nach dem Ersticken beißt und vergewaltigt, ab und an wird erbrochen und Nadeln werden gerne mal in Nahaufnahme gezeigt. Eine Mina gibt es natürlich auch, während es beinahe peinlich wirkt, wenn eine forsch auftretende Laura "versehentlich" mit Lucy angesprochen wird.

Und so ziehen sich die rund 118 Minuten merklich, obgleich die Atmosphäre zum Teil erzählerische Schwachstellen kaschieren kann, Score und Sounduntermalung einen deutlichen Pluspunkt bilden und Mimen wie Hauptdarsteller Kevin Zegers, Amanda Plummer als seine Mutter und Kristin Kreuk in der unnötigen Abschlussszene durchaus überzeugen können.
Nur leider kommt bei alledem keine Spannung auf, die Geschichte mäandert phasenweise ziellos umher und obgleich kleinerer visueller Highlights bleibt der Streifen mit Sicherheit nicht lange im Gedächtnis haften und verpasst somit die Chance, etwas Nachhaltiges zu vermitteln.
5,5 von 10

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