Review

Eine kleine Gedenkminute für Axel Foley.
In der Blütezeit der 80er erblickte dieser dreist charmante Cop das Licht der Filmwelt und brachte uns einmal mehr das damals doch recht auflockernde Bild des lässigen Cops, das es in dieser Art vorher und nachher nie wieder gegeben hat, bzw. wird. Eddie Murphy's wohl einzige Rolle, mit der er wirklich einen adäquaten Platz in der Welt der unsterblichen Filmcharaktere eingenommen hat. Nur leider war der gute Foley so toll, dass man ihm noch zwei Sequels in die Schuhe gesteckt hat. Der eher minder erfrischende, aber noch einigermaßen unterhaltsame zweite Teil, und dann dieser Film hier. Das glanzlose Schlusslicht

Der größte Fehler war, das Projekt John Landis in die Hand zu drücken. Landis' steile Karriere war mit den 80ern untergegangen, und "Beverly Hills Cop III" war nur sein matter Vorgeschmack auf "Blues Brothers 2000", das Tief und Ende seiner Serie von Komödien. Mithilfe dreier Drehbuchautoren (unverständlicherweise auch dem Mann, der den ersten Film geschrieben hat) schafft Landis nicht etwa einen Actionfilm mit simpler, aber spannender Geschichte, sondern nur wieder eine dieser Komödien mit leichten Action-Schwenks, die aber nur Mittel zum Zweck sind. Foley erlebt mit, wie sein strenger Vorgesetzter Douglas Todd bei einer Razia erschossen wird, und die Spur führt ihn (mal wieder) nach Beverly Hills, genauer gesagt nach Wonderworld.

Das Rezept ist nur allzu deutlich. Schon in den Vorgängern war es der Tod, bzw. die lebensgefährliche Verletzung von Freunden und/oder Kollegen, die Axel voller Wut nach Beverly Hills führten. An die alten Filme erinnert nur die Kulisse, die grausam vergewaltigte Musik und natürlich Billy Rosewood, der entgegen aller Logik (hauptsächlich die Naivität des Charakters betreffend) plötzlich der Chef einer Sondereinheit der Polizei ist. John Ashton als Taggert ist verschwunden, mit der schwachen Ausrede, dass er jetzt einfach woanders ist. Seine Stelle nimmt die unglaublich schablonenhafte Figur des Jon Flint ein, ebenfalls wie Taggert das eher gesetzestreue Pendant zu Rosewood. Murphy selbst wirkt als Foley etwas lustlos, wenn nicht sogar unterfordert, denn seiner Figur wird keine einzige neue Seite abverlangt, viel mehr baut man auf alte Tugenden.

So wird Foley wieder zum unberechenbaren Joker in der Geschichte, der mit dreisten, unvorhersehbaren Tricks seinen Gegenspieler Ellis DeWald aus der Reserve holt. Timothy Carhart als DeWald verkörpert übrigerns zum dritten mal in der Filmreihe den smarten, betont kalten und in der Gesellschaft als feinen Mann etablierten Gegenspieler ohne jede besondere Charakter-Eigenschaft. Ein wirklicher Schlag ins Gesicht ist die Erinnerung an die im Original kurz aufleuchtende Figur des homosexuellen Serges (für die Bronson Pinchot übrigens immer gelobt wird, keiner weiß wieso), dem hier eine gefühlte halbe Stunde Spielzeit gegeben wird, in der er ohne Ende über seine Waffenprodukte auf einer Messe labern darf. Billy agiert währendessen als nunmehr unwichtiger Faktor im Nebenbild.

"Wonderworld" als zentraler Handlungsort ist Anlaufstelle für ziemlich viele, ziemlich langweilige Gags, meistens Kinder betreffend. Eine gezerrte Befreiungsaktion in einem Karussell ist nur einer der eher lahmen Actionmomente. Natürlich werden über die gesamte Laufzeit die Möglichkeiten eines Freizeitparks gemolken, sei es nun die völlig sinnfreie Vorstellung diverser Attraktionen oder die Ermittlung im Maskottchen-Kostüm. Die Annährung Axels zu einer Mitarbeiterin des Parks ist dann auch nur Zucker auf dem trockenen Brötchen. Bunt, laut und krachend wirds dann im Showdown, der zwar noch das spannendste am Film ist, aber dank der geschickt eingesetzten Attraktionen eher zu einer erwachsenen Version von "Kevin allein zuhaus" mutiert.

So ist "Beverly Hills Cop III" leider nur noch der Schatten seiner Vorgänger. Man kann zwar wieder anmerken, das der Film recht gut unterhält, aber was nützt einem das, wenn man die Versatzstücke aus den Vorgängern schon nicht mehr an zwei Händen aufzählen kann? Das beliebte Theme von Axel F. wird dann so dermaßen oft geremixt (auch als kinderfreundliche Jahrmarkts-Version), dass einem die Ohren bluten. Ergo ein einigermaßen routinierter Streifen, der aber nur seine Vorgänger zitieren kann und zurecht als schlechtester Teil der Reihe gilt.
(5/10)

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