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Direkt an den erfolgreichen Vorgänger anschließende, vom gleichen Team initiierte Fortsetzung, dessen geistige Beeinflussung wiederum durch die The Fast & the Furious Reihe kommt, man sich diesmal aber nicht nur an den gleichen Abbildern begnügt, sondern auch verstärkt die Polarität zurück zu dieser Quelle führt. Mittlerweile, im zweiten Anlauf, mit einem deutlicheren Ansatz auf der Action selber und der Genregeschichte drumherum, erreicht die Skop Production Sdn. Bhd. Veröffentlichung eine Internationalität, die den Vergleich vor den ähnlich gelagerten Werken aus Amerika nicht zu scheuen braucht; und auch wenn ein gewisser lokaler Gedanke auch in dieser Modulation – bis auf einige Verweise auf die zahllosen bangladeschischen und alles andere als gleichberechtigten Arbeitsmigranten – nahezu gänzlich zu verneinen ist, man sich auch gegenüber dem eher behaglichen Original durch gefühlte Kürze und viel Nachdruck grundlegend frisiert hat.

Dabei bleiben die Figuren namentlich auch dieselben, haben sich aber ebenso wie auch die Umstände seit dem Abspann des Erstlings von 2008 verhältnismäßig weiterentwickelt; wobei eine Kenntnis des bisher Geschehenen sicherlich nicht am Schaden, allerdings auch nicht unbedingt vonnöten ist und man durchaus in das Zurückliegende eingeweiht wird. Die größte Veränderung in der diesjährigen Tuningmesse liegt vor allem im Eingreifen der Polizei, die zuvor, wenn überhaupt, allerhöchstens als Randfiguren in Erscheinung getreten sind und nun durch durchaus unmittelbare Bedrohung für die Beteiligten inkl. mehrerer Todesopfer zu einem aktiveren Eingreifen gezwungen sind, auch wenn trotz vehementen Druck auf das Gaspedal und unverblümten Schnitt erst im Showdown so richtiges crash & burn betrieben wird:

Während Sham [ Farid Kamil ] nach dem verheerenden Unfall mittlerweile mit Gehhilfe unterwegs ist, seine Karriere als Rennfahrer dadurch abschreiben musste und sich die große Liebe Fasha zum Studium in der Ferne befindet, regnet für seinen Freund Zack [ Syamsul Yusof ] das schiere Glück vom Himmel. Mittlerweile von der Illegalität in den professionellen Rennsport gewechselt, noch mit der Werkstatt als zweites Standbein im Gange und aktueller Sieger des "Toyo Malaysian Drift 2010" Contest, könnte es für ihn nicht besser laufen. Allerdings ist der ärgste Konkurrent Joe [ Aaron Aziz ] ebenfalls emporgekommen, hat sich gerade mit einem gewalttätigen Überfall auf Drogendealer Alex [ Adam Corrie Lee ] an dessen Ware herangemacht und strebt nun zusammen mit Partner Ery [ Shaheizy Sam ] die Vorherrschaft in der Unterwelt über Kuala Lumpur und Umgebung an. Da die Polizei unter Inspector Kamal [ Remy Ishak ] dem Treiben weitgehend machtlos zusehen muss, wird die ebenfalls als Fahrerin aktive Aleeya [ Scha Al Yahya ] undercover auf Joes Erzfeind Zack angesetzt.

Ist die Handlung erst in einer strikten Parallelität zwischen den altbekannte, teils aber neuformierten oder -rekrutierten Parteien aufgezeichnet und scheint man sich anfangs gar auf die Rennstrecke zu konzentrierten, so verlagert sich die Vermittlung doch beizeiten auf eine unter die gleiche Überschrift zerstörerischer Elemente verbindende Zusammenfassung, die sich in erschwerten Schicksalen und den Gefahren herum ergeht. Ein konkreter Paradigmenwechsel, in dem der Ton merklich schärfer, das Feld von Gegner überrannt und Diskussionen und Auseinandersetzung mit vergleichsweise mitreißendem Schwung artikuliert wird. Mit einem leicht aufgestockten Budget von 2 Mio. Malaysian Ringgit auf 2.5. Mio.RM auch finanziell besser und für einheimische Produktionen schon an dem Höchstmaß des Verfügbaren gestellt [der hauseigene Kollege Rempit: V3 Samsenh Jajana im März 2010 musste noch mit 1.8 Mio RM auskommen] , entzweit man sich hier von einem ehemals mit Dialog Bericht erstattenden Organ zu einem Bilderreigen mit schlichter Ankündigung. In dem nur wenig, kurz und darstellerisch eventuell solide geredet und vielmehr mit allerlei ausgeprägt flotten Verfolgungsjagden, auch Schießereien und einer Kampfeinlage gehandelt wird, was der schon mit formelhaften Wendungen gestrickten Drehbuchskizze eine reinere Existenzform zuführt, da der Umgang mit den wichtigsten Wahrheiten nunmehr geläufig geworden ist; was sicherlich auch an bereits der insgesamt dritten Fassung der Szenerie liegt. [Der auch als Regisseur und Autor aktive Syamsul Yusof hat zwischendurch den mit Motorrädern statt Autos agierenden Bohsia: Jangan Pilih Jalan Hitam dazwischen und die diesjährige Fortsetzung dessen geschoben.]

Getreu dem Gesetz des Naturnotwendigen von "größer, schneller und lauter" liegt die Obacht nun auch tatsächlich auf den Autos, ihrer Beschleunigung und dem technischen und fahrerischen Können anstatt auf der ebenfalls vorhandenen Liebesgeschichte oder dem wieder aufgegriffenen, wenn auch überzeugender gehandelten Freundschaftsdrama unter Männern. Im Dialog immer eine Spur billig angesiedelt, wie als besserer Fernsehfilm, wenn auch mit aufbrausender Emotionalität, liegen abseits dessen die hervorstechenden Gedanken [neben der Rechtfertigung des Sponsorings vom japanischen Reifenproduzenten Toyo Tire & Rubber Company durch gewohnt viel und gewohnt auffälligen Product Placements] auf der knallig glitzernden Inszenierung der Machtsprüche im Stil eines Hollywood Blockbusters, in dem die Empfindung besonders aus schneller Abwechslung entsteht. Gerade der Einstieg mit seinem rapiden Hin und Her aus An- und Entspannung sorgt auch für die stramme Gewandtheit, wenn mal nicht die kaleidoskopisch kolorierten Sportwagen [u.a. Nissan 350z, Nissan Skyline R34, Nissan Silvia S13 und S14, Toyota Supra MkIV, Mazda RX7 FD3S und 5er BMW - E39]  von links nach rechts über die Leinwand schlittern und die Zu- und Abfahrtswege um die Planstadt Putrajaya und die Hafenstadt Port Klang mit mehr oder minder halsbrecherischen Manövern unsicher gemacht werden.

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