Der Spaß mit den Untoten geht ungebremst weiter, fast zeitgleich mit „Deadgirl“ wird ein Zombiemädchen zum Fokus zweier ungleicher Brüder.
Dabei wussten die Deagol Brothers offensichtlich nicht, welchen Pfad sie mit der Geschichte einschlagen wollten, so dass eine reichlich unausgegorene Mischung aus Teeny-Romanze, Drama und einem Hauch Horror es schwer haben dürfte, eine entsprechende Zielgruppe zu finden.
Wendy ist ertrunken, ihre Leiche wurde nie gefunden, also hält man im kleinen Kreis eine Andacht ab. Kurz darauf findet Carol ihren noch schwach beweglichen Körper an einer Wiese, zwischen zwei Bäumen angebunden. Er beschließt die Untote mit ins unbewohnte Haus eines Kumpels zu nehmen und lediglich seine Brüder, den Zwilling Patrick und den wesentlich jüngeren Beetle einzuweihen.
Und während Carol sich den Sommer über um die Gunst der gleichaltrigen Addy bemüht, kümmert sich Patrick zeitaufwendig um Wendy…
Anfänglich täuschen die flotten Szenenwechsel, einige Flashbacks und ein paar witzige Einfälle den Eindruck eines frischen und gleichermaßen frechen Streifens vor, der mit makabrem Grundton daherkommt, doch weit gefehlt.
Beömmelt man sich bei der Andacht in der Kirche noch über das Portrait der vermeintlich Verstorbenen, auf dem sie eine Grimasse zieht, werden die Gags immer rarer und weichen dem eher nachdenklich stimmenden Unterton einer Coming-of-Age Geschichte.
Beziehungsprobleme und Schwierigkeiten bei Annäherungsversuchen stehen im Vordergrund, während Wendy in der Badewanne beinahe vergessen wird und erst zum Finale ein paar unbedeutende Momente beiträgt.
Carol steht im Mittelpunkt einer Dreiecksgeschichte, Trauerbewältigung ist ebenfalls ein Thema, doch an der Stelle, wo man ein paar makabere Gags mit Wendy hätte anstellen können, kommt man über ein paar zuckende Bewegungen und dem Verspeisen einer Ratte kaum hinaus. Sie starrt meistens ins Leere, wird von Patrick umgarnt, der sie auch regelmäßig wäscht und schminkt, doch aktiv wird sie nicht und noch weniger trägt sie zum Geschehen bei.
Das ist insofern schade, als dass es handwerklich nichts auszusetzen gibt, die munteren Songs die Stimmung aufhellen und die frischen Darsteller größtenteils mit Spaß bei der Sache sind.
Doch das bringt wenig, wenn die Geschichte zu keiner Zeit Suspense zutage fördert und das Geschehen vor sich hin mäandert, weil der Sache das Gespür für Timing und Dramaturgie fehlen.
Für eine reine Schüler-Romanze in einer ländlichen Vorstadt hätte es die Zugabe einer Untoten kaum benötigt.
Folglich kommen Horrorfans hier ganz schlecht weg, da weder Blut fließt, noch gebissen wird. Vielmehr geht es um die peinliche Situation bei einem Abendessen mit den Eltern einer jungen Dame, um den Austausch zweier Rivalen über Wendy, um die erzählerische Eintönigkeit des jungen Bruders im Off und um eine Feier, bei der die Untote entdeckt werden könnte.
Alls dies impliziert wenig Humor, noch weniger die erhoffte Situationskomik und am Ende erfolgt noch nicht einmal eine Pointe, - und das nach einer überlangen Laufzeit von rund 105 Minuten.
Zwar kann sich der Look des Streifens sehen lassen und das geringe Budget wird auch solide kaschiert, doch am Ende muss man sich doch ernsthaft fragen, für wen der Streifen in erster Linie konzipiert sein soll.
Für eine Romanze geht es nicht beschwingt genug zu, für eine Komödie ist die Sache zu harmlos und Horrorfreunde werden ohnehin nach einer halben Stunde abschalten.
Nett gemeint, aber ohne Pointe oder tieferen Sinn dahinter, verbreitet dieses Debüt mehr Langatmigkeit als zu unterhalten.
3,5 von 10