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Die Produktion des Regiedebüttanten Rand Vossler stand unter keinem guten Stern, denn Waldbrand und Schneesturm vernichteten Sets, Teile der Crew stiegen aus und irgendwann wurde das Budget knapp. Rund drei Jahre später als geplant wurde der Streifen veröffentlicht, nach drei weiteren Jahren hat sich ein deutscher Verleih gefunden. Das Hickhack während der Dreharbeiten macht sich natürlich bemerkbar, aber auch sonst kommt der Streifen größtenteils amateurhaft rüber.

Michelle versucht ihren Liebeskummer zu kompensieren und bezieht mit vier Mädels einer ehemaligen Studentenverbindung die geräumige Waldhütte ihrer verstorbenen Großmutter.
Nach einigen ausgelassenen Feierlichkeiten und kleinen Mutproben entdeckt jemand im Keller ein Ouijabrett. Den Geist der Großmutter anzurufen erweist sich jedoch als fataler Fehler…

Wenn es um eine Waldhütte geht, ist der Einfluss von „Tanz der Teufel“ natürlich nicht weit und auch sonst liefert der Stoff eine Ansammlung von Klischees rund um halbnackte Damen, einschließlich Andeutung einer Lesbenszene. Eine Sympathieträgerin kristallisiert sich allerdings nicht heraus, denn dafür bleiben die Figurenzeichnungen zu vage und die Dialoge zu steif. Und bis auf einen Fremden, der um die Waldhütte herum lungert, ereignet sich auch nicht wirklich etwas.

Ein graugrüner CGI-Dunst kündigt bereits früh die minderwertige Qualität der Effekte an, was sich bei den spärlichen Gewalteinlagen in der zweiten Hälfte fortsetzt. Denn kurz nach der Beschwörung kriecht jener Dunst in zwei der Mädels, welche daraufhin dämonisch besessen sind und sich stakkatohaft durch den Wald bewegen, was mit einigen unübersichtlichen Fast Forward Szenen einhergeht. Das Make-up reichte auch nur für die zombieartigen Gesichter, der Rest bleibt unverändert. Nahezu alle Ableben spielen sich außerhalb der Kamera ab, es gibt lediglich einen abgetrennten Kopf, was locker mit einer FSK16 einhergeht.

Nach etwa der Hälfte der Laufzeit ist die Luft raus, es geht von der Waldhütte in den Wald, dann in ein verlassenes Haus und wieder in den Wald, wo im letzten Drittel ein Kauz und Dämonenjäger mitmischt, welcher von John Savage verkörpert wird. Es sieht nicht gerade würdevoll aus, wie sich so ein erfahrener Mime bei diversen Kampfeinlagen abmüht, während er genau weiß, bei was für einem Blödsinn er eigentlich mitwirkt.

Insofern bereitet es wenig Freude einem Treiben von 93 Minuten beizuwohnen, das außer halbnackten Körpern und ein paar hübschen Gesichtern wenig zu bieten hat. Nicht nur aufgrund der Produktionsschwierigkeiten kommt die Erzählung willkürlich, beinahe kapitelartig daher, einiges wirkt wie das Schlechteste aus den Achtzigern, während der partiell an Carpenter angelehnte Score nahezu pausenlos dudelt und auf Dauer anstrengt.
Spannung, Humor und Atmosphäre sind nicht die einzigen Zutaten, die hier nahezu komplett fehlen.
2,5 von 10

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