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Eine der zahlreichen Romantischen Komödie, die zwar sowieso schon das ganze Jahr über aus Verzweiflung ?, oder doch Profitstreben die Kinos von China und HK belegen, aber gerade zur Feierlichkeit des Chinesischen Neujahres und damit mit ersprießlichsten Zeitpunktes in verstärkter Menge auf das Publikum losgelassen werden. Der natürliche Anreiz erfolgt hierbei nicht nur durch die gewohnt und somit erwartbare Mischung aus kleineren Scherzen in einer Luftwolke von Geschichte über die Schwierigkeiten von Mann und Frau, die die Zuschauer möglichst nur unterhält und sonst nicht weiter belastet. Sondern in dem Fall und somit als die stärkste Konkurrenz zum gleichzeitigen I Love Hongkong – , der wesentlich nostalgischer, lokalitätsverbundener und insgesamt lokaler daherkommt – auch als Weiterführung einer lukrativen Konstanz. Die All's Well Ends Well Reihe als Mit-Hauptmarke der He Sui Pian, der Lunar New Year Filme, die nach einem Durchhänger ab '97 vor zwei Jahren erneut und damals noch unvermittelt und das auch mit Erfolg revitalisiert wurde und nunmehr alljährlich die weitere Fortführung erfährt. Eine Mischung aus Unerschütterlichkeit und Anhänglichkeit, die bei gleichbleibend anhaltenden Zuspruch sicherlich auch kommenden Januar / Februar wieder seine Aufwartung machen wird.

Auch hier bekommt man nicht Neues, diesmal sogar vermehrt Aufgewärmtes, dies allerdings mit üblicher Starbesetzung und eben der Besonderheit aus sorglos dünnen und ebenso leichtlebigen Nichtsnutz serviert, wobei die Handlung und Handhabe aufgrund des diesmal engagierten Regieduos Chan Hing-kar und Janet Chun schon deutlich auch an ihre früheren Arbeiten La Brasserie und La Lingerie erinnert, was bei Kenntnis dessen wohl weniger Gewinn und mehr Missdeutung bewirkt:

Master Sammy [ Louis Koo ], ein heimlicher Macho, hat sich für seinen Beruf als Make-up Artist das Image eines homosexuellen Frauenverstehers zugelegt, mit dem er in seinem Job zwar sehr effektiv ist, mit dieser Maskerade auch ständig von allerlei Schönheiten umgeben ist, aber so das Ende des Tages natürlich trotzdem alleine verbringt. Probleme in dieser Kombinationen tauchen mit der Anstellung als CEO im Kosmektikgewerbe der mit dem Ölmagnaten Clerk Chan [ Raymond wong ] verbandelten Dream Chim [ Yan Ni ] auf, bei dessen Tätigkeit er die schüchterne Claire [ Cecilia Cheung ] als Assistentin und somit ständige Begleitung zugeteilt bekommen. Nach und nach verliebt er sich heimlich in die bodenständige junge Frau, verkuppelt sie aber trotzdem mit dem Milliardär Bill Liu [ Chapman To ]; was für alle Beteiligten im Gefühl umso komplizierter wird, als das dieser noch eng mit seiner eifersüchtigen Exfreundin Victoria [ Lynn Hung ] am Kontakt halten ist. Währenddessen ergeht es Sammys Schulfreund und Kollegen, dem Kosmetikverkäufer Arnold Cheng [ Donnie Yen ] nur ungleich besser, ist dieser doch weiterhin in seine erste Freundin und nunmehrige beste Freundin, der angehenden Autorin Mona [ Carina Lau ] verliebt, die dessen so überhaupt nicht gewahr wird.

Wie gehabt gestaltet sich das Figurenensemble als kleiner Kreis mit vielen Umdrehungen, Kennt zwar Jeder einen der Anderen, aber niemals alle Einander, was die Voraussetzung für die gewohnten Schwierigkeiten bei der richtigen Paarfindung und so die Möglichkeiten für insgesamt recht bedeutungslose und entsprechend oberflächlich formulierte Missverständnisse und Verwirrnisse ergibt. Die alte Leier, dass die Geschlechter nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Art grundverschieden sind, mehr aneinander vorbei als miteinander reden und die Worte des Einen unverständlich für den Anderen sind, wird für kleinere Trubel wie ein vermeintlicher Seitensprung und die Suche nach dem imaginären Übeltäter, ein unfreiwilliges coming out, dass nicht mal eines ist, und natürlich den Unterschied von Freundschaft und Liebe sowie Schweigen und Wahrheit bemüht. Dabei äußern die Regisseure wie zuvor ihr mittlerweile bekanntes Allerlei in Sachen Liebes- und Lebensratgeber, was in dem Fall irgendwie das sattsam selbe ist; Weisheiten mit - wenn überhaupt - Küchenphilosophie, in denen es um Selbstvertrauen, Selbstwert, sich selbst ein und dabei eigentlich nur um die proklamiert innere, aber gezeigt nur äußere Schönheit geht.

Wie auch bei den Vorgängern von Chan und Chun, in denen den Männern in der Geschichte die Sichtweise der Frau und das anhand von typischen Accessoires, also Büstenhalter speziell und Unterwäsche allgemein erklärt wurde, wird auch hier eifrig mit einer Wucherung von haltlosen Text, in Form von Dialogen und voice over geklotzt, wobei diese reine Sprecharbeit durch das Vermischen von Mandarin und Kantonesisch, der teils verstellten Redeweise [ das sissy Gehabe von Koo, die Mausezähne von Wong, woran man schon den Grundtenor des Humors am Besten sieht ] und der schieren Endlosigkeit dieser Formulierungen, in denen vielmehr gesprochen als gesagt wird, auf Dauer anstrengend bis belastend wird. Zudem ist das Geschehen großteils in gleichsam dumpfen, da inferior erscheinenden Räumen inszeniert, die vor lauter Weiß, Fläche und Asepsis ebenso wenig Natürlichkeit und ebensoviel Weltfremdheit und ansonsten noch Luxusgehabe der high-class [ incl. Massenhochzeit in einem Klein-Venedig ] ausstrahlen. Kleinere, dann aber umso berückende oder einschmeichelnde Ausnahmen in der Wohnraumdekoration, die für das gepinselte Storymaterial wiederum überraschend engagiert scheinende Inszenierung und die anwesenden [männlichen] Darsteller sorgen allerdings für den netten Zeitvertreib, der so typisch für diese Sorte von yuppie-movie und die Macher dahinter ist.

Besonders die Anwesenheit von Donnie Yen, der hier noch der Normalste unter all den Chargen und so auch absolut sympathisch, da natürlich aufspielend und frei wirkend ist, bringt dem sonstigen Vakuum das nötige Existenzminimum bei. Sowieso wirken die Herren der Gesellschaft, obwohl es eigentlich gar nicht um sie, sondern ihre Musen und Begehrten geht, eindeutig am Entspanntesten, vor allem im geschlossenen Kreis, der angesichts der Übermacht an mit Schminkutensilien hantierenden und darüber hinaus charakterlich eher abschreckenden Frauen schon aus reiner Notwehr gesucht wird. Hervorstechend ist dabei ein Mahjong - Duell zu Viert [ plus Cameo von Ronald Cheng ], in dem für wenige Minuten die Auszeit von der Damenwelt genommen, die gesamte geistige Atmosphäre spürbar angereichert und sich auch gleich wesentlich weniger affektiert benommen wird.

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