Wieder mal haben wir es mit einer allzu typischen und in diversen Katastrophen- und Tierhorrorfilmen schon zu hauf gesehenen Thematik zu tun: Ein Teil der Menschheit ist bedroht. Korrupte Politiker versuchen die Situation herunterzuspielen. Der Held der Geschichte und dessen Ehefrau versuchen, zunächst zweigleisig, dem ganzen entgegenzuwirken und die Situation unter Kontrolle zu bekommen - zudem mal wieder die eigenen Kinder ebenfalls in höchster Gefahr sind. Die Gefahr geht in diesem Fall von einem Virus aus, das die Besucher eines Rockfestivals auf einer Stadtinsel bedroht.
Nebst Katastrophenstoff eines beliebigen Epidemie-Thrillers werden dem Film noch Horrorelemente hinzugefügt. Diese sind jedoch nicht fantastischer Art sondern manifestieren sich in den zombiehaft aussehenden Infizierten, die während der gesamten Laufzeit Blut und andere Körperflüssigkeiten spucken, woran man sich recht schnell gewöhnt. Zudem ist es eigentlich genau die Komponente, die den ganzen Film im Endeffekt aufwertet.
Ich habe den Film auf Syfy gesehen und üblichen TV-Trash a la The Asylum erwartet. Umso positiver überrascht war ich dann insbesondere über den Qualitätsstandard des Filmes. Die Bildqualität ist, gerade für einen TV-Film, auffallend gut. Scharfes Bild und satte Farben treffen auch auf eine ordentliche Synchronisation. Ein Score mit Streichern wird in dramatischen Situationen passend eingesetzt.
Gehen die Vorlagen für das Horrorgenre so langsam aus oder ist es gar eine Finte der Produzenten dieses Films? Mir sind viele Parallelen zu anderen Werken aufgefallen. So die anfänglich bereits erwähnte standardisierte Grundgeschichte. Die letzte Einstellung vor dem Abspann, zig mal schon gesehen. Blutspuckende Menschen wie in CRAZIES, ein Rockfestival wie in BIGFOOT, ein bedrohlicher Biokonzern wie in RESIDENT EVIL usw. Einen (zufälligen?) Bezug zu ALIEN VS: PREDATOR ganz anderer Art gebe ich mal zum Mitraten frei!
Zusammengefaßt: PANIC AT ROCK ISLAND ist ein klischeehafter Epidemie-Thriller mit Horrorelementen, der sich, und das ist nicht unbedingt widersprüchlich, auf überdurchschnittlichen Niveau bewegt. Nicht tiefgründig aber durchweg unterhaltend (und das ist ja das wichtigste). Dafür gibt es knappe 7 Punkte von mir.