Review
von Leimbacher-Mario
One-Shot-Wanda
„Silent House“ ist ein psychologischer Horrorthriller über eine junge Frau, die ihrem Vater und Onkel bei der Renovierung und Sanierung ihres alten Herrenhauses helfen soll. Doch schnell wird klar, dass die drei nicht alleine in der abgeschotteten Bude sind und es brechen Panik und alte Traumata bei ihr aus… Gedreht in „einem Schuss“, ohne sichtbare Schnitte.
Die erste Hälfte dieses verkappten Home Invasion-Thrillers ist meiner Meinung nach richtig gelungen. Die Kamera und Art, die Olsen und Spannung, der ruhige Aufbau und die richtigen Höhepunkte, die Fragen und Neugier. All das passt erstaunlich gut und hebt „Silent House“ für mich wirklich lange Zeit deutlich über den Schnitt seiner Genrekumpanen. Auch als „Handyfilm“ im Bett mit Kopfhörern eignet er sich stark, er wirkt wie ein sehr immersives, ungefiltertes und knackiges Erlebnis. Fast etwas in die Found Footage-Richtung ohne es wirklich zu sein. Doch irgendwo kurz vor dem letzten Drittel knickt das Werk dann doch erstaunlich trocken ein. Es fällt fast schon shyamalan'esk in sich zusammen. Der realistische Ansatz und seine direkte Weise sind fort. Alles ließ mich kalt und kopfschüttelnd zurück. Dann lange Zeit auch viel zu dunkel und unübersichtlich aufgenommen. Nervig. Soll wohl ein packendes Terrorfilmchen zwischen „Them“ und „The Others“ sein. Blieb für mich als Gesamtpaket dann aber hinter den selbst angedeuteten Erwartungen zurück. Und kaum etwas ist schlimmer, wenn man den Weg zu filmischer Größe klar und deutlich vor sich sieht - und dann einfach launisch abbiegt oder von der Bahn springt.
Fazit: lange Zeit sehr gedrungenes, direktes, intensives und effektives „Kammerspiel“, dessen erste Hälfte glänzt und zweite Hälfte brutal abfällt. Dennoch: Elizabeth Olsen und meine milde Empfehlung sollten genug sein ihm diesen Oktober eine Chance zu geben!