Mit der Heirat trifft man eine Entscheidung, die -bestenfalls- bis zum Tode anhält... oder auch nicht. Doch der Weg zur Heirat, sprich Vorbereitung, Junggesellenabscheid etc. ist schon steinig genug...
Inhalt: Annie hats schon nicht leicht... ihr Lover Ted will nur Sex mit ihr haben und sie nach dem Akt schnellst möglich los werden, ihr Versuch sich mit einer Bäckerei selbstständig zu machen ging auch nach hinten los und nun soll sie auch noch bei ihrer besten Freundin Lillian Trautzeugin werden. Doch das ist nur der Auftakt zu seinem Parkour der Peinlichkeiten.
Judd Apatow, der sich auch bei "Brautalarm" als ausführender Produzent verantwortlich zeichnet, dürfte den meisten ein Begriff sein. Mit Filmen wie "Superbad", "Jungfrau (40), männlich sucht..." oder "Beim ersten Mal" startete er schon schamlose Angriffe auf unsere Lachmuskeln. Und auch "Brautalarm" ist mit Sicherheit kein schlechter Wurf...
Peinlich, peinlich geht es wahrlich zu in Apatows neustem Streich. Da holen sich die Trautzeuginnen samt Braut im brasilianischen Restaurant eine Lebensmittelvergiftung, um anschließend im Brautmodengeschäft für einen Auswurf aus sämtlichen Körperöffnungen zu sorgen. Das ist zwar äußerst eklig, aber auch unglaublich komisch. Da betrinkt sie Annie im Flugzeug und sorgt für ein heilloses Chaos, dass es nicht nur der Braut die Schamesröte ins Gesicht treibt oder sie macht die Brautfeier durch Wutanfälle kaputt.
Einige Männer werden sicherlich von dem Titel abgeschreckt sein, mir ging es nicht anders, doch "Brautalarm" geizt nicht mit Bad-Taste-Humor allererster Güte, dass sogar die Farelly Brüder ihre Freude daran gehabt hätten. Deshalb kann sich durchaus ein Besuch mit Freundin um Kino lohnen.
Ein kleines Highlight des Film stellt Melissa McCarthy dar, die mit ihrer Rolle der Megan sogar Hauptdarstellerin Kristin Wiig (Annie) in den Schatten stellt. Die kopulente Megan weiß nämlich in jeder Szene mit ihren derben Späßen zu überzeugen und ist einfach nur kongenial gespielt. Apropos Kristin Wiig, interessanter Weise hat sie nämlich auch das Drehbuch verfasst. Als geneigter Leser merkt man schon, ich bin durchaus angetan von "Brautalarm", denn die Riege der Schauspieler spielt erfrischend gut auf und ist bis in die kleinesten Rollen perfekt besetzt. Selbst Matt Lucas, bekannt aus "Little Britain", lies es sich nicht nehmen Annies nervigen Mitbewohner zu miemen.
Davon abgesehen unterhalten auch die Zickereinen zwischen den Hauptdarstellerinnen. So zanken sich Annie und Lillians weitere Freundin Helen unentwegt, wer wohl Annies bessere Freundin ist.
Die glaubwürdigen, natürlichen, fernab vom Perfektionismus Hollywoods gezeichneten Figuren sind ein weiterer Pluspunkt.
Negativ fallen lediglich manche Längen auf. Bei über 120 Minuten Film sicher nicht ungewöhnlich. Dort wäre weniger möglicherweise mehr gewesen, denn durch die Längen keimt hier und da Langeweile auf. In meinen Augen Gift für eine wirklich gute Komödie. Auch das Timing der Gags stimmt nicht immer, so wird auf einigen sehr lange herum geritten.
Ich habe einige Stimmen gehört, die behaupten der Film wäre wie "Hangover", nur für Frauen, auch der Trailer suggeriert das ein bisschen. Doch ich muss da wiedersprechen. Der Humor ist zwar ähnlich gelagert, doch vom Storyverlauf her haben sie nur gemeinsam, dass beide Male der Junggesellenabschied in Vegas statt finden soll. In "Brautalarm" wird aber so gut wie nichts vom Junggesellenabschied gezeigt.
Fazit: Mit "Brautalarm" ist den Verantwortlichen ein warmherziger Film gelungen, der Männer sowie Frauen gleichermaßen begeistern wird. Bad-Taste-Humor oberster Kajüte und unglaublich durchgeknallte Figuren machen "Braualarm" zu einem der besten Komödien des tristen Sommers.
7,8/10
Topfilmzitate:
Ted: "Wow, das ist echt schräg... Ich will, dass du gehst, aber ich will auch nicht wie das letzte Arschloch klingen."
Megan: "Ich bin froh, dass er Single ist, denn ich werde ihn besteigen wie einen Gipfel.