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Bob Pickler (Ty „Modern Family“ Burrell) ist eigentlich ein recht entspannter Typ und seit 15 Jahren Iowas Meister im Butterschnitzen. Beim Butterschnitzen kreiert man aus riesigen Butterblöcken „Kunstwerke“ mit dem Schnitzmesser – im konservativen Mittleren Westen sind dies meist Bibel- oder Familienmotive. Seine strebsame, konservative und verklemmte Gattin Laura (Jennifer Garner) hat jedoch noch höhere Ziele und will am liebsten, dass Bob einmal Gouverneur wird. Umso schockiert ist sie, als dann Bob gebeten wird, dem Nachwuchs beim Butterschnitzen eine Chance zu geben und freiwillig nicht mehr anzutreten… und noch schockierter ist sie, dass der gemütliche, planlose Bob zustimmt. Kurzentschlossen bewirbt sie sich als Butterschnitzerin, ebenso das schwarze Pflegekind Destiny (Yara Shahidi) und die sexy Stripperin Brooke (Olivia Wilde), die sich an Bob rächen will, schließlich hatte sie mit ihm Sex auf dem Parkplatz und er schuldet ihr noch 600$. Außerdem mischen noch Destinys Pflegeltern mit (u.a. Alicia Silverstone), Bobs hübsche Tochter Kaitlen (Ashley Greene) sowie der dauerspitze Autohändler Bob (Hugh Jackman), der Linda flachlegen will…

Jim Field Smiiths zweiter Spielfilm „Butter“ von 2011 ist eine ziemlich witzige Satire auf vieles, was Amerika entweder heilig oder dort umstritten ist: Familien, Republikaner, gesunde Ernährung, Sex, Stripclubs, das schlechte Gewissen von liberalen Weißen gegenüber Schwarzen, sinnlose Wettbe-werbe, Autohändler und vieles mehr.
Laura ist eine perfekte Verkörperung des amerikanischen Strebens nach permanenter Selbstoptimierung (sie hört im Auto stets Motivations-CDs) und der besten Selbstdarstellung. Als Familienmensch versagt sie völlig, propagiert diese aber immer. Destiny wundert sich über die skurrilen weißen Pflegefamilien, in denen sie immer landet (ob es passt oder nicht) und Bob ist ein konfliktscheuer Hasenfuß, der Angst vor Laura hat und somit auch immer mehr die Achtung seiner Tochter verliert. An sich ist Destiny die einzig normale in dem ganzen Panoptikum.

Klar, „Butter“ ist keine hochgeistige, intellektanregende Abhandlung über soziale Verwerfungen und Kapitalismus, aber witzig, sarkastisch und tatsächlich sexy (Ashley Greene und Olivia Wilde knutschen herum – ich konnte diesen sensationellen Anblick kaum fassen – und selbst Jennifer Garner spielt mit einem „Desperate Housewives“-Sexappeal). Irgendwie eine seltsame Mischung, die mir aber gefallen hat, um mich 90 Minuten gut zu amüsieren.
Wie üblich, wenn Sex und Drogen involviert sind, ist der Film hierzulande ab 12 und in den USA „Rated R“!

Zum Gelingen tragen auch die gutgelaunten Schauspieler viel bei, so z. B. Hugh Jackman als Karikatur eines Macho-Autoverkäufers, der aber eigentlich noch schwächlicher als Bob ist. Olivia Wilde bezeichnete ihre Rolle der toughen Stripperin Brooke als ihre bisherige Lieblingsrolle und wie sie die Sau rauslässt, ist einfach zum Schreien.

Leicht konsumierbarer, schöner unterhaltsamer Unsinn ohne gigantischen Nährwert: 7,5/10.

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