Studentin Lucy (Emily Browning) finanziert ihr Studium durch Nebenjobs als medizinisches Versuchskaninchen, Bürohilfe und Reinigungskraft. In einer Studentenzeitung stößt sie auf eine Anzeige, in der junge hübsche Frauen als Sexualobjekte für ältere Männer vermittelt werden. Grenzenlose Fetische werden ausgelebt, allerdings sind zwei Sachen oberstes Gebot: Keine Penetration (das heißt in unserer Sprache: Ficken) und 100% Diskretion gegenüber aller beteiligten Personen.
Es gibt ja Werke, die sind kontrovers und man weiß auf was man sich einlässt. Keine Unterhaltung, keine Drogen konsumieren (oder vielleicht doch?) und 100% Aufmerksamkeit. Genauso ein Streifen stellt "Sleeping Beauty" dar. Ich hab dem Teil eine Chance gegeben, aber größtenteils ließ er mich kalt und von "schockierender" Wirkung kann natürlich auch keine Rede sein.
Ich gebe gerne zu, dass die Geschichte um den außergewöhnlichen Club faszinierend dargestellt wird. Daraus zieht der Film seine Kraft, aus der Komponente des Unbekannten. Das Unbekannte, was auf Lucy zukommen wird in dem Job als Lustobjekt. Mit Emily Browning hat man auch den Jackpot gezogen, sie ist prädestiniert für die Rolle. Auch der erste Job fällt noch faszinierend aus, aber alles was danach auf den Zuschauer zu kommt, schmeckt wie abgelaufenes Hackfleisch.
Ich hab mir viele Dialoge öfters angehört, viele Szenen öfters angesehen, um evtl. keine Schlüsselszenen zu verpassen. Aber man kann sagen, dass das alles Käse ist.
Nicht, dass es pervers ist, was über den Bildschirm flimmert, sondern es ist einfach Blödsinn was die älteren Männer mit Lucy anstellen. Also so ´ne lebensechte Gummipuppe mit Batterie im Arsch würde es auch tun für ihre Zwecke/Fetische/Wünsche. Wobei man ja in den meisten Fällen eh sagen kann, dass es nach der Sehnsucht der ewigen Jugend geht und nicht um sexuelle Phantasien.
Abgesehen davon, dass ich noch nie so winzige Pimmel in einem Film gesehen habe, ist es natürlich unangenehm, dass Lucy für spätere Jobs einen Schlaftrank zu sich nehmen muss und nicht weiß, was in der gebuchten Zeit mit ihr geschieht. Ein weiteres, kleines Plus bei den Punkten.
Allerdings würde ich den Film nicht als Totalausfall bezeichnen. Dafür ist der Beginn zu fesselnd (im kontroversen Sinn gesprochen!) und auch den alten Mann am Schluss kann ich irgendwo noch verstehen, wenn dies auch die einzigste Szene ist, die Betroffenheit in mir auslöst.
Fazit:
Insgesamt gesehen ist "Sleeping Beauty" nichts für Mainstreamgucker, und ob es was für den kontroversen Fan ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Mein Fall war es nicht.
*** EDIT - 5 Tage später: Ich weiß nicht warum, aber der Film wirkt nach. Ich heb die Wertung von 3 auf 5 Punkte - 07.03.12 ***
5/10