Die Vorgeschichte von „Cold Prey“ soll letztlich ein wenig Licht in das einsam gelegene Hotel in den Bergen Norwegens bringen, doch im Endeffekt widerspricht die Geschichte ein wenig dem Erstling und bringt darüber hinaus nichts weiter, als den üblichen Wald - und Wiesen Slasher.
Die Geschichte setzt auch direkt mit dem „Beginning“ anno 1976 ein, als ein Junge von seinen Eltern im Schnee ausgesetzt wird. Der kehrt jedoch zurück und killt beide und wird später vom Einsiedler Jon aufgenommen.
Einige Jahre später, just als Kim Wilde mit „Keep me hangin`on“ in den Achtzigern angesagt war, wollen sechs Freunde um Hedda das abgelegene Hotel inspizieren und stoßen im Wald auf den nunmehr erwachsenen Killer…
Mal abgesehen von leichten Kontinuitätslücken angesichts des Erstlings kommt die eigentliche Vorgeschichte viel zu kurz und zeichnet dabei ein äußerst beliebiges Bild eines skrupellosen Jägers, der sich hauptsächlich von Tieren im Wald ernährt.
Demgegenüber sind die potentiellen Opfer nicht besser gezeichnet, denn wir haben es mit austauschbaren Individuen ohne sonderliche Auffälligkeiten zu tun, welche von ebenso unauffälligen Mimen verkörpert werden.
Der obligatorische Vorlauf wird zwar zügig über die Bühne gebracht, doch bis auf ein paar gelungene Weitwinkel-Aufnahmen der abgelegenen rauen Landschaft fällt nichts weiter positiv auf.
Aber auch beim nachfolgenden Dahinsiechen sucht man Innovationen vergebens: Einer stolpert in eine Fallgrube, eine wird gefangen genommen, die vier übrigen suchen und stehen sogleich auf der Abschussliste des Kapuzenmannes.
Das obligatorische Verstecken in der Waldhütte liefert immerhin ein paar halbwegs spannende Einstellungen und auch der Beschuss von Pfeilen im reißenden Fluss ist gekonnt und temporeich in Szene gesetzt.
Allerdings weiß der Showdown kaum eine Steigerung fertig zu bringen, als ein reichlich begriffsstutziger Polizist involviert ist, das Domizil des Bösen aufgesucht wird und sich der Killer, wie soll es anders sein, mindestens noch zweimal von den Totgeglaubten lossagt.
In Sachen Atmosphäre wirken die Szenerien über weite Teile zu austauschbar, das Hotel wird nur kurz betreten, diverse Hütten wirken zwar leicht morbide, doch die eine oder andere Jagd durch den Wald bringt außer Tempo und einigermaßen gut gesetzten Schnitten (mit Blick auf Fluchtmöglichkeiten) kaum erinnerungswürdige Szenen mit sich.
Gleiches gilt für den Blutgehalt, denn abgesehen von einigen zu dunkel geratenen Einstellungen gibt es Andeutungen einer Machete unter der Bauchdecke, eine Eisenstange im Rücken, einen Pfeil im Fuß und eine
Schusswunde durch ein Gewehr.
Dieses Prequel ist zwar zeitlich vor dem Erstling angesiedelt, bringt aber im Prinzip nichts weiter, als einen weiteren Slasher in Norwegens Urlandschaft.
Das kann den eingefleischten Genrefreund über die Laufzeit passabel unterhalten, bringt jedoch keinerlei Innovationen mit sich, geschweige denn, interessante Backgrounds der eigentlichen Vorgeschichte.
Damit fällt „Cold Prey 3“ deutlich schwächer aus als die beiden Vorgänger und ist nur jenen zu empfehlen, die sich ohnehin jeden halbwegs tauglichen Slasher reinpfeifen.
Knapp
6 von 10