„Marines geben niemals auf!“ - Getreu nach diesem Motto muss eine Handvoll Soldaten in Trümmerlandschaften von Los Angeles ein Himmelfahrtskommando bestreiten, um einerseits die letzten Zivilisten zu retten und andererseits die Kommandozentrale der Außerirdischen zu zerstören. Nach diesem Werbefilm für die amerikanische Armee will man entweder dazugehören oder selbige aufgrund überzeugen dargestellter Aspekte wie Soldatenehre und triefenden Heldentums auf den Mond schießen.
Soldat Nantz (Aaron Eckhart) hatte sich eigentlich aus dem Dienst zurückgezogen, doch nachdem sich Meteoriten als Alienangriffe entpuppen, welche sich zeitgleich in mehreren Metropolen der Welt abzeichnen, muss er mit ein paar Kameraden Zivilisten retten und innerhalb kürzester Zeit aus dem Gebiet verschwinden, bevor der Grund und Boden hoch gebombt wird…
Regisseur Jonathan Liebesman gönnt dem Betrachter kaum eine Atempause und geht von Beginn an auf Dauerfeuer. Eine minimale Figureneinführung (einer wird Vater, einer besucht das Grab des gefallenen Bruders, einer will heiraten…) ist nach wenigen Minuten kaum mehr zuzuordnen und bis auf Nantz muss man sich auch kaum Individuen der Truppe merken, denn hier gibt es keine Querschläger, sondern ausschließlich Helden, die stets füreinander da sind und jederzeit für den anderen ihren Kopf hinhalten.
Anbei gibt es noch die üblichen Klischees wie das Trauma eines missglückten Einsatzes, eine toughe Frau, die natürlich nur von Michelle Rodriguez verkörpert werden kann und ein paar wenige Zivilisten, wobei ein paar panische Kinder das Mitgefühl erhöhen sollen.
Ausstattungstechnisch sieht die Geschichte wiederum professioneller aus, denn die zerschossenen Gebiete rund um LA sehen ziemlich detailliert und realistisch aus und auch diverse Explosionen entfachen ordentlich Radau. Die Extraterrestrischen, welche stellvertretend für unbegründeten Terror stehen und weder kommunikativ sind, noch irgendwelche Motive mitbringen, wurden hingegen etwas zu sehr wie Roboter in Szene gesetzt, was ein wenig an konturlose Gegner beim Shooter erinnert. Sie sehen recht metallisch aus, haben die Waffen anatomisch integriert und können nach Belieben ihre Raumschiffe teilen und zusammensetzen, zudem reagieren sie auf Funksignale, was unseren Helden zu einer tollkühnen Aktion veranlasst.
Die Kulissen, die Action und das hohe Tempo lassen die Chose zumindest nicht gänzlich langweilig erscheinen.
Dennoch nerven die ewigen Durchhalteparolen und der ungebrochene Kampfgeist nach einiger Zeit gewaltig, denn Emotionalität entsteht nur während einer einzigen Szene gegen Ende. Ansonsten fallen Figurenzeichnungen weitgehend flach und selbst für Auflockerungen oder gar Augenzwinkern bleibt kein Raum, was in Anbetracht einiger derber Effekte und manch prekärer Situation durchaus gut getan hätte.
Darstellerisch lässt sich kaum etwas ankreiden, doch der heroische Score von Brian Tyler ist auf Dauer ebenso anstrengend wie die ständige Wackelkamera während einiger Temposzenen.
Dennoch fällt der Streifen ansatzweise kurzweilig aus, - man sollte sich nur nicht so sehr vom übermäßigen Pathos überrumpeln lassen und mehr die Action auskosten, als sich auf etwaige Tiefen einzustellen, die der Streifen von vornherein nicht bieten kann und wahrscheinlich auch nicht will.
Primitives Zeug mit zahlreichen Logiklöchern, aber recht ansehnlicher Kriegsaction in fein ausgearbeiteter Szenerie.
Okay, um mal für knapp zwei Stunden abzuschalten,
5,5 von 10